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Январь
2026

Israel: Armee bestätigt erstmals über 70.000 getötete Palästinenser in Gaza

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Der Gazastreifen hat eine Länge von 40 Kilometern, eine Breite zwischen 6 und 14 Kilometer und eine Gesamtfläche von 360 km². Durch das jahrelange brutale Vorgehen der Nentanjahu-Administration in bewohnten Gebieten präsentiert er sich nunmehr als reine Trümmerlandschaft. Isrsaelische Medien berichten aktuell über die Kehrtwendung seitens der IDF-Armee, die demnach die Schätzungen des von der Hamas geführten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen erstmalig akzeptieren würde, wonach seit Oktober 2023 durch die ununterbrochenen Bombardierungen und Bodeneinsätzen rund "71.000 Palästinenser getötet wurden." 

Israelische Medien, wie Haaretz oder die Times of Israel (ToI), berichten über die strategische Neuausrichtung seitens der Netanjahu-Administration, wonach die IDF-Armeeführung die schockierenden Auswirkungen ihres brutalen Vorgehens im Gazastreifen ausgehend von den vorgelegten Zahlen "akzeptiert".

So heißt es in einem ToI-Artikel:

"Unter der Bedingung der Anonymität teilte der Sicherheitsbeamte Reportern mit, dass die IDF davon ausgeht, dass die Zahl der Todesopfer in Gaza seit Beginn des mehr als zwei Jahre andauernden Krieges, der durch den Angriff der Hamas am 7. Oktober ausgelöst wurde, bei etwa 70.000 liegt. Das Gesundheitsministerium in Gaza gibt die aktuelle Zahl der Todesopfer mit 71.667 an, darunter mehr als 450 seit dem Waffenstillstand im Oktober 2025."

Nach Angaben des ungenannten Militärbeamten seien in der Zahl der Todesopfer jedoch nicht die Leichen enthalten, "die vermutlich unter den Trümmern in Gaza begraben sind." Zu weiteren Hintergründen einer vermeintlichen IDF-"Kehrtwende" wird im Artikel erklärt:

"Der hochrangige Beamte sagte, die tatsächliche Aufschlüsselung der Todesopfer in Gaza werde noch geprüft, und es sei nicht bekannt, wie viele der Toten Mitglieder von Terrororganisationen seien und wie viele Menschen direkt infolge der Kämpfe ums Leben gekommen seien."

Der Haaretz-Artikel ergänzt (Bezahlschranke), dass die Zahlen des Gaza-Ministeriums nur diejenigen Todesopfer berücksichtige, "die direkt durch israelische Militärschüsse getötet wurden, nicht jedoch Menschen, die an Hunger oder durch den Krieg verschuldete Krankheiten starben."

Das Rostocker Max-Planck-Institut für demografische Forschung ermittelte im Vorjahr zu dem Thema, unter dem Titel "Accounting for uncertainty in conflict mortality estimation: An application to the Gaza War in 2023–2024" (zu Deutsch: "Zur Berücksichtigung von Ungewissheiten bei der Schätzung der Sterblichkeit in Konflikten: eine Anwendung auf den Gaza-Krieg 2023-2024"), dass laut den Berechnungen "von 99.997 bis 125.915 Todesopfer" auszugehen sei.

Der ZDF-Korrespondent Thomas Reichart erklärte gestern den Zuschauern zu den israelischen Medieninformationen, dass ein möglicher Ausgangspunkt für die neue israelische Position "offenbar ein Briefing für Militärjournalisten" am Donnerstag gewesen sei. Weiter heißt es beim ZDF:

"Dort habe Israels Armee erstmals eingeräumt, dass sie die Zahlen anerkennt. 'Zahlen, von denen Israels Armee immer gesagt hat, die stimmen nicht. Israels Regierung hat von gefälschten Daten gesprochen', bilanziert ZDF-Korrespondent Reichart und spricht von einer stillen Kehrtwende."

Eine ZDF-Bitte um Stellungnahme der IDF blieb demnach unbeantwortet. Bis zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung gab es zu der "IDF-Kehrtwende" weder einen Tagesschau-Artikel, noch einen Kommentar beim Spiegel, oder bei der Jüdischen Allgemeinen.

Die vom Gaza-Gesundheitsministerium veröffentlichten Daten zu den Toten und Verletzten im Gazastreifen wurden seit Beginn des Krieges von vielen internationalen Organisationen, Regierungen, Medien und Forschern geprüft und zitiert, "und es besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass sie zuverlässig sind", so Haaretz.

Die Netanjahu-Administration hatte im Verlauf der Jahre die genannten, stetig steigenden Zahlen nie offiziell anerkannt. Das israelische Außenministerium bezeichnete sie bis zuletzt als "irreführend und unzuverlässig".

Eine offizielle IDF-Stellungnahme dazu gibt es bislang nicht.

Mehr zum Thema - Gaza in Trümmern: Kushners Wiederaufbau-Vision ist eine Illusion






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