Melania Trump inszeniert sich in einem neuen Film. Dieser steht nicht nur wegen der exorbitanten Produktionskosten in der Kritik. Während die politische Lage in den USA angespannt ist und die brutalen – in zwei Fällen sogar tödlichen – Einsätze der Einwanderungsbehörde Ängste und Wut schüren, feiert die First Lady einen beruflichen Erfolg: Sie hat mit "Melania" ihren ersten Film in die Kinos gebracht. Er dreht sich um ihr Leben, 20 Tage vor der Rückkehr ihres Ehemannes ins Weiße Haus. Auf der Premierenfeier traten sie Seite an Seite auf – glamourös und mit breitem Lächeln. Die 55-Jährige ist stolz auf ihre Arbeit. Doch Melania Trumps Projekt ist umstritten. Der Film wurde von Amazon MGM finanziert. Jeff Bezos , Chef des Unternehmens, ist dem Weißen Haus nah, hat in der Vergangenheit bereits Geschäfte mit der Regierung abgewickelt. Ob er sich mit dem millionenschweren Deal mehr Einfluss erkaufen und in der Gunst des Präsidenten steigen will? So heißt es aus der Ecke der Kritiker. Denn die Summe, die Amazon fließen ließ, ist enorm: Satte 40 Millionen US-Dollar (34 Millionen Euro) zahlte das Unternehmen für die Rechte, weitere 35 Millionen (29 Millionen Euro) gingen für das Marketing drauf. Melania Trump erhielt anteilig 28 Millionen US-Dollar (24 Millionen Euro). So viel hat der Streamingdienst noch nie für eine Produktion bezahlt. Es ist zudem zehnmal mehr als üblicherweise für Dokumentationen bezahlt wird. Im Magazin "Rolling Stone" widerspricht Amazon der Kritik, man habe sich das Projekt mit einem eigennützigen Hintergedanken gesichert: "Wir haben den Film aus einem einzigen Grund lizenziert – weil wir glauben, dass die Kunden ihn lieben werden." Melania Trump tritt in dem Film aber nicht nur als Protagonistin in Erscheinung – sie agierte auch als Produzentin. Sie hatte laut Medienberichten die volle redaktionelle Kontrolle und somit das letzte Wort bei den Szenen, die es final in den Film schafften. Für Kritiker stellt sich also die Frage, ob "Melania" weniger ein Dokumentationsfilm als ein PR-Zug ist. Wie authentisch und persönlich werden die Aufnahmen also sein? Ticketverkauf läuft schleppend Fraglich ist, ob sich die hohen Investitionen lohnen. Mehrere Medien berichten über schleppende Ticketverkäufe und mangelndes Interesse an den persönlichen Einblicken der First Lady. Prognosen zufolge könnte "Melania" am ersten Wochenende etwa drei bis fünf Millionen US-Dollar einspielen, berichtet das US-Branchenblatt "Variety". Das Kinoportal "Boxoffice Pro" spricht von ein bis zwei Millionen. Für einen Dokumentationsfilm ist dies normalerweise eine beachtliche Summe – jedoch miserabel, wenn der Film 75 Millionen US-Dollar (63 Millionen Euro) gekostet hat. First Lady Melania Trump: Mit diesen Fotos begann ihre Karriere Doch glaubt man Melania Trumps Worten, ist es eh nicht wichtig, wie viel der Film am Ende einspielt. Das Projekt an sich sei für sie schon ein Gewinn. "Wir haben erreicht, was wir erreichen wollten. Für mich persönlich ist es bereits ein Erfolg. Ich bin sehr stolz auf das, was wir geschaffen haben", sagte sie bei der Premierenfeier dem Sender CNN . Ihr Ehemann rechtfertigte bei dem Auftritt unterdessen die hohen Kosten – und schoss dabei in gewohnter Manier gegen seine selbst ernannten politischen Feinde: "Fragen Sie Präsident Obama, der viel Geld bekommen und nichts getan hat. Andere haben auch viel Geld bekommen, aber Melania ist jemand, der wirklich etwas geleistet hat, sie hat Großartiges vollbracht." Schwere Anschuldigungen gegen den "Melania"-Regisseur Nicht nur die Finanzierung ist Thema in den Medien. Auch der Regisseur, mit dem Melania Trump zusammengearbeitet hat, steht im Fokus: Brett Ratner wurde 2017 von sechs Frauen beschuldigt, sexuell übergriffig geworden zu sein. Angeklagt wurde er nie, nach den Anschuldigungen zog er sich jedoch aus Hollywood zurück. Mit "Melania" feiert er sein Comeback. Menschen, die an dem Film mitgearbeitet haben, lassen an dem Regisseur kein gutes Haar. Eine Person, die anonym bleiben möchte, sagte laut "Rolling Stone", er "war das Schlimmste an der ganzen Arbeit". Eine weitere Person hätte das Projekt gar nicht erst angenommen, wäre früher kommuniziert worden, dass Brett Ratner die Regie übernimmt. Auch abgesehen von der Zusammenarbeit mit Ratner sei das Projekt schwierig gewesen, erklärten Crewmitglieder. "Total unorganisiert, ein einziges Chaos", sagte eine Person. Für jemand anderen sei es "kein leicht verdientes Geld" gewesen. Ob sich die hohen Summen und die chaotischen Dreharbeiten am Ende auszahlen – das wird sich in den kommenden Tagen nach der Kinopremiere zeigen.