Im Verlauf der Europameisterschaft wurde er zum Fels der Brandung in der deutschen Defensive. Gegen Frankreich musste Tom Kiesler plötzlich zugucken. Der Bundestrainer erklärt, warum. Aus Herning berichtet Nils Kögler Die deutsche Handball-Nationalmannschaft steht im Halbfinale der Europameisterschaft . Durch einen 38:34-Erfolg gegen Frankreich zog die DHB-Auswahl in die Vorschlussrunde ein und warf den Titelverteidiger aus dem Turnier. Auch defensiv überzeugte die deutsche Mannschaft gegen den sonst so durchschlagskräftigen Angriff der Franzosen um Superstar Dika Mem. Handball-EM: Das sind die vier Halbfinalisten Alle Spiele im Überblick : Der Spielplan zur Handball-EM 2026 Die Defensivleistung ist umso bemerkenswerter, da Bundestrainer Alfred Gíslason in dem letzten Hauptrundenspiel auf eine Stammkraft verzichten musste: Tom Kiesler. "Wir haben sogar eine sehr gute Abwehr geschafft ohne Tom Kiesler, der krank war heute", erklärte Gíslason die Abwesenheit des 24-Jährigen vom Bundesligisten VfL Gummersbach. "Aus meiner Sicht fehlte uns da der beste Abwehrspieler des Turniers", unterstrich Gíslason die Schwere des Verlustes. "Hoffen, dass er keinen angesteckt hat" Auf die Frage, wie schlimm Kiesler erkrankt sei, gab der Bundestrainer eine sehr bildliche Antwort: "Schwer zu sagen, aber wo wir das Hotel verlassen haben, hat er im Viertelstundentakt gekotzt", sagte er. "Ich weiß nicht, wie es ihm geht, aber ich hoffe natürlich, dass er in zwei Tagen wieder spielen kann." Noch mehr hoffte Gíslason aber, dass die Krankheit nicht noch weiter um sich greift. "Natürlich hoffen wir, dass er keinen angesteckt hat. Er ist Zimmerkollege gewesen von Miro Schluroff, also werden wir erstmal auf Schluroff gucken", so Gíslason. Die Stimmung trüben konnte die Krankheit seines Verteidigungsspezialisten Gíslason aber nicht. Der Einzug ins Halbfinale aus der "Todesgruppe" mit Weltmeister und Olympiasieger Dänemark, EM-Titelverteidiger Frankreich, Portugal, Spanien und Norwegen ist für die DHB-Auswahl ein echter Erfolg. Im Halbfinale treffen die Deutschen am Freitag auf Kroatien.