Ökonom Achim Wambach über Konjunktur: "2026 könnte Wendepunkt markieren"
Die Konjunkturdaten zum Jahresauftakt weisen nach oben. Selbst in der Autobranche gibt es positive Signale. Nur einer kann den Aufschwung stoppen. Börsenprofis blicken zu Jahresbeginn mit viel Optimismus auf die deutsche Wirtschaft. Das Barometer für die Konjunkturaussichten in den kommenden sechs Monaten stieg im Januar um 13,8 Punkte auf 59,6 Zähler, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 172 Investoren und Analysten mitteilte "2026 könnte den Wendepunkt markieren", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Erst am vorigen Wochenende waren die jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Deutschland und weitere europäische Länder im Zusammenhang mit dem Streit um Grönland bekannt geworden. "Unsere Ergebnisse sind von dieser Ankündigung also kaum beeinflusst", sagte ZEW-Expertin Lora Pavlova mit Blick auf Trumps Drohung. Exportzahlen: Ausfuhren in die USA brechen ein Verband: Arbeitgeberpräsident verliert die Geduld Positive Signale aus Autobranche Der Optimismus der ZEW-Fachleute deckt sich mit weiteren Zahlen. So sind die Aufträge in den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes auch dank Zuwächsen in der Autobranche den vierten Monat in Folge gewachsen. Der Auftragsbestand stieg im November um 5,9 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Im Monatsvergleich wird ein Plus von 1,8 Prozent gemeldet. Der Anstieg sei wesentlich auf den sogenannten "Sonstigen Fahrzeugbau" zurückzuführen, zu dem auch Militärfahrzeuge zählen . Außerdem haben sich laut Bundesamt auch Anstiege in der Automobilindustrie und im Maschinenbau positiv auf das Gesamtergebnis ausgewirkt. Experte: Gesamte Wirtschaft würde unter höheren Zöllen leiden Die jüngsten Daten wirken sich auf die Börsenprognosen aus. Doch werfen die Zolldrohungen des US-Präsidenten nach Einschätzung von VP Bank-Chefökonom Thomas Gitzel aber einen großen Schatten auf die aufgehellten Konjunkturperspektiven. Der Experte der Bank verweist darauf, dass die deutschen Exporte in die USA bereits im Zeitraum Januar bis November 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9,4 Prozent zurückgegangen sind. "Würden sich die Zölle noch erhöhen, würde sich einerseits der Exportrückgang fortsetzen und anderseits sogar auch noch beschleunigen", sagte Gitzel. Darunter würde die gesamte Wirtschaft leiden. Laut Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank gibt es jedoch keinen Grund, in Konjunktureuphorie zu verfallen. Nach wie vor bestünden erhebliche Standortnachteile und das Risiko, Unternehmen ans Ausland zu verlieren: "Es bleibt dabei, dass politische Reformen durch das Fiskalpaket nicht ersetzt werden."
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