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Transplantationen: Wartelisten trotz Organspende-Rekords – ein Bundesland sticht heraus

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Die Mehrheit der Deutschen steht dem Thema Organspende positiv gegenüber, trotzdem kommt es nur in wenigen Fällen zu einer Transplantation. Das lässt auch eine altbekannte Debatte aufleben.

In Deutschland hat es 2025 mehr Organspender gegeben als in den vergangenen Jahren. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO)meldet den höchsten Stand seit 2012. Die Spenden reichen laut der Stiftung trotzdem nicht aus, besonders mit Blick auf die Wartelisten. 

"Ein ermutigendes Signal"

Im vergangenen Jahr haben in Deutschland insgesamt 985 Menschen nach ihrem Tod eines oder mehrere Organe gespendet – 32 mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig warten aberaktuell mehr als 8000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. 

"Dass wir 2025 so viele Organspenderinnen und Organspender verzeichnen wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr, ist ein wichtiges und ermutigendes Signal", ordnet der Medizinische Vorstand der DSO, Axel Rahmel, die neuen Zahlen ein. Die Zahl der Spenderorgane reiche aber weiter nicht aus, um allen Menschen auf den Wartelisten eine Transplantation zu ermöglichen.

Der Osten legt bei Organspenden vor

Dabei zeigen sich laut DSO deutliche regionale Unterschiede: Besonders viele Menschen in der Region Ost (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) spenden ihre Organe. Mit 16,3 Organspendern pro Million Einwohner lag die Spenderzahl in diesen Bundesländern über dem Bundesdurchschnitt von 11,8.

"Wenn bundesweit so viele Organspenden realisiert würden wie in dieser Region, wäre die Situation für wartende Patientinnen und Patienten spürbar besser", betont Rahmel. Spitzenreiter ist Hamburg mit 12,2 Organspendern pro Million Einwohner.

Deutschland profitiert von der internationalen Vermittlung von Organen. Zwar wurden knapp 3000 Organe aus der Bundesrepublik im In- und Ausland verteilt, zugleich wurden hierzulande rund 3200 Organe aus dem Eurotransplant-Verbund transplantiert.

Fehlende Dokumentation

Beim Thema Organspende fällt seit Jahren der deutliche Kontrast zwischen allgemeiner Zustimmung und tatsächlich registrierten Spendern auf. 

Laut dem Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit sind 85 Prozent der Menschen in Deutschland dem Thema Organ- und Gewebespende gegenüber positiv eingestellt. Nur 45 Prozent hingegen haben ihren Entschluss aberin Form eines Organspendeausweises oder einer Patientenverfügung dokumentiert – mit Auswirkungen auf potenzielle Spendenempfänger: Bundesweit kommt bei rund zwei Dritteln der Kontakte zwischen Krankenhäusern und DSO keine Organspende zustande. Häufiger Grund: Es liegt keine dokumentierte Entscheidung der potenziellen Spenderinnen und Spender vor.

Der Organspendeausweis lässt einen seine Entscheidung zur Organspende dokumentieren
© Michael Kappeler

 "Fehlt ein erklärter Wille, müssen Angehörige häufig unter zeitlichem und emotionalem Druck stellvertretend entscheiden", erklärt Rahmel.

Erneute Debatte über Widerspruchslösung 

Vor diesem Hintergrund begrüßt der DSO-Vorstand die erneute politische Diskussion über eine Widerspruchslösung. Sie sieht vor, dass grundsätzlich jeder Mensch als Organspender gilt, sofern er nicht aktiv widerspricht. Befürworter begrüßen dabei die Selbstverständlichkeit, sich zumindest einmal im Leben mit dem Thema Organ- und Gewebespende auseinanderzusetzen. Die getroffene Entscheidung sei völlig frei und müsse nicht begründet werden. 

Derzeit gilt in Deutschland die Zustimmungslösung. Das heißt: Nur bei expliziter Zustimmung (zum Beispiel mit dem Organspendeausweis) dürfen nach dem Tod Organe entnommen werden.

Mit der Einführung einer Widerspruchslösung würde die Organspende zum Normalfall werden, statt wie bisher zum Sonderfall, heißt es in dem Gesetzentwurf des Bundesrates aus dem November. Wann über ihn abgestimmt wird, ist offen.

Die Debatte über das Thema Organspenden berührt zwei zentrale demokratische Prinzipien: Selbstbestimmung und gesellschaftliche Verantwortung.






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