Die Aktionärszahlen in Deutschland sind auf einem Rekordhoch. Welche Anlagen besonders boomen und bei welchen Gruppen es noch hakt. Immer mehr Menschen in Deutschland setzen auf Aktien , Fonds und börsengehandelte Indexfonds (ETFs) . Das zeigen neue Zahlen des Deutschen Aktieninstituts. Demnach haben im Jahr 2025 14,1 Millionen Bürger Geld am Aktienmarkt angelegt – so viele wie noch nie zuvor. Inzwischen investiert damit fast jede fünfte Person über 14 Jahren in Aktien, Fonds oder ETFs . Langfristig zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Trend: Seit Mitte der 2010er-Jahre ist die Zahl der Aktionäre um mehr als fünf Millionen gestiegen. Das Interesse an der Börse wächst trotz schwankender Kurse, wirtschaftlicher Unsicherheiten und geopolitischer Krisen. ETFs und Fonds dominieren, Einzelaktien legen zu Getragen wird der Boom vor allem von Aktienfonds und ETFs. Rund 12,1 Millionen Menschen setzten 2025 auf diese indirekte Form der Aktienanlage. ETFs spielen dabei eine immer größere Rolle. Gleichzeitig erleben Einzelaktien ein Comeback: 4,9 Millionen Menschen besitzen direkt Aktien von Unternehmen – ein Plus von 740.000 gegenüber dem Vorjahr. Erstmals seit 2022 wächst diese Gruppe wieder deutlich. Viele Anleger kombinieren inzwischen verschiedene Anlageformen. Knapp drei Millionen Menschen haben sowohl Einzelaktien als auch Fonds oder ETFs im Depot. Lesen Sie hier, wie Sie ganz einfach ein Depot eröffnen . Vergleich 2026: Das sind die besten Depots für Anfänger Sparpläne als Wachstumsmotor Ein zentraler Treiber der Entwicklung sind Aktien- und ETF-Sparpläne . 5,3 Millionen Menschen nutzen sie inzwischen – 1,7 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Besonders beliebt sind Sparpläne bei ETF-Anlegern: Mehr als jeder Zweite investiert regelmäßig per Dauerauftrag. Der Vorteil: Schon mit kleinen Beträgen lässt sich kontinuierlich Vermögen aufbauen, Kursschwankungen werden über die Zeit geglättet. Allerdings weist das Deutsche Aktieninstitut darauf hin, dass ein Teil des kräftigen Zuwachses 2025 darauf zurückgeht, dass erstmals auch vermögenswirksame Leistungen (VL) in der Statistik erfasst wurden. Auch ohne diesen Sondereffekt wäre aber ein neuer Rekord erreicht worden. Chef zahlt: So legen Sie vermögenswirksame Leistungen in ETFs an "Die Menschen in Deutschland haben erkannt, dass für gute Langfristerträge kein Weg an der Aktie vorbeiführt. Wir sehen, dass breit gestreute und kontinuierliche Investments auch mit geringerem Einkommen stattfinden. Aktienanlagen sind in der Mitte der Gesellschaft verankert", sagt Henriette Peucker, Geschäftsführende Vorständin des Deutschen Aktieninstituts. Junge treiben den Boom Besonders auffällig ist der Trend bei den unter 40-Jährigen. In dieser Altersgruppe kamen 1,2 Millionen neue Anlegerinnen und Anleger hinzu. Mehr als 60 Prozent des gesamten Zuwachses gehen auf sie zurück. Mit 4,9 Millionen Investierenden sind die Jüngeren inzwischen die größte Anlegergruppe. Sie setzen überdurchschnittlich häufig auf ETFs und Sparpläne. Auch Frauen investieren wieder deutlich mehr. Ihre Zahl stieg 2025 um 24 Prozent, bei Männern lag das Plus bei 12 Prozent. Dennoch bleibt der Abstand groß: 5,4 Millionen Frauen stehen 8,7 Millionen Männern gegenüber. Das Einkommen bleibt entscheidend Regional zeigen sich klare Unterschiede. In Bayern, Baden-Württemberg und Hessen besitzt etwa ein Viertel der Bevölkerung Aktien. In ostdeutschen Bundesländern sind es deutlich weniger. Allerdings holt der Osten auf: Dort wuchs die Zahl der Aktionäre prozentual stärker als im Westen. Besonders ausgeprägt ist das Gefälle beim Einkommen. Fast jede zweite Person mit mehr als 4.000 Euro Nettoeinkommen besitzt Aktien oder Fonds. Bei Einkommen unter 2.000 Euro ist es nur etwa jede Achte. Zwar wächst die Anlegerzahl in allen Einkommensgruppen, doch der Zugang zum Kapitalmarkt bleibt für viele weiterhin eine Geldfrage. Sollten Sparer jetzt an die Börse gehen? Wer noch nicht dabei ist, dem wird der Einstieg heute einfacher denn je gemacht. Online-Depots, günstige ETFs und Sparpläne, die bereits ab wenigen Euro im Monat möglich sind, öffnen den Kapitalmarkt auch für Menschen mit geringerem Einkommen. Zudem ist das Risiko von Verlusten überschaubar, wenn Sie einige Grundregeln beachten. Wichtigster Punkt: langfristig und breit gestreut investieren, statt allein auf Einzelaktien zu setzen. So können Sie Schwankungen besser aussitzen und über Jahrzehnte Vermögen aufbauen. ETFs bieten dafür das beste Vehikel , da Sie damit zu niedrigen Kosten auf einen Schlag in Tausende Unternehmen auf der ganzen Welt investieren können. Auch die Bundesregierung hat Pläne für mehr private Geldanlagen in Aktien, Fonds und ETFs. Ein Gesetzentwurf für eine Reform der Riester-Rente hat es bereits durchs Kabinett geschafft, zudem haben sich Union und SPD auf Eckpunkte für die geplante Frühstart-Rente geeinigt . Bei Letzterer will der Staat Kindern zwischen 6 und 18 Jahren jeden Monat 10 Euro schenken, um diese am Kapitalmarkt anzulegen.