Nur drei Punkte seit zwei Monaten und sieben Ligaspiele ohne Sieg: Köln schlittert unruhigen Zeiten entgegen. Allen voran Trainer Lukas Kwasniok. Vier Monate ist es her, da schwebten Kölns Fans noch auf Wolke sieben. Nach drei Spielen hatte das Team von Trainer Lukas Kwasniok bereits sieben Zähler gesammelt – der beste Bundesliga-Start seit 2016 für die Kölner. Damals qualifizierte sich der FC am Ende für Europa, die Hoffnung auf ein ähnliches Saisonende wurde im Herbst bereits von den Fans geschürt. Union ärgert Mainz: Siebtes Spiel ohne Sieg – droht Unruhe in Köln? Kwasniok selbst wollte nicht intervenieren, sagte damals: "Wir wollen die Leute doch euphorisieren, also will ich sie da auch gar nicht bremsen". Im Nachhinein hätte er wohl lieber die Euphorie-Bremse kräftig durchgedrückt. Denn nach dem 2:2 gegen Heidenheim am Samstag bekommt Kwasniok kräftigen Gegenwind, besonders von den Fans. Während der 90 Minuten auf der Ostalb hielt die "Wilde Horde 96", die Ultragruppierung der Kölner, ein Plakat in die Höhe auf dem "Kwasni Yok" stand. Ein kreativer Protest gegen den eigenen Trainer, so bedeutet "yok" auf Türkisch doch "Nein" oder "Nicht". Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wurde Kwasniok auf das Plakat angesprochen. Er habe es nicht wahrgenommen, "aber ich wurde darüber informiert, dass es da etwas gab." Weiter erklärte er: "Ich weiß nicht genau, warum und weswegen, aber ich nehme es jetzt zur Kenntnis. Wir versuchen, in Kommunikation zu treten, was in irgendeiner Form da jetzt Thema ist." Er selbst könne "nur nur mit Leistung und Punkten vorangehen. Aber das ist eben der 1. FC Köln . Da ist alles etwas dynamischer". Auch auf Social Media erhält der 44-Jährige Gegenwind. So wird die Verpflichtung im Sommer als "Kardinalsfehler" bezeichnet. Auch, dass er Saïd El Mala regelmäßig – wie in Heidenheim – nur von der Bank bringt, oder Luca Waldschmidt und Florian Kainz aus dem Spieltagskader gestrichen hat, kam beim Kölner Anhang nicht gut an. "Saïd ist als Spielentscheider einer der Besten", erklärte Kwasniok auf der Pressekonferenz nach dem Heidenheim-Spiel: "Wenn er von Beginn an spielt, muss er viel abarbeiten und es geht etwas verloren. Wir müssen eine gute Balance finden. Wenn der Gegner müde ist, kommen seine Waffen noch besser zur Geltung." Zuvor war Waldschmidt nach öffentlicher Kritik an Kwasniok aus dem Kader gestrichen worden. Wie sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel herausstellte, fehlte Kainz jedoch angeschlagen. Eine Tatsache, die die Fans vorher noch nicht gewusst hatten. Gleichzeitig hatte der "Express" geschrieben, dass die Ausbootung von Kainz "für Irritationen" in der Kabine gesorgt haben soll. Irritationen, die sich nun offensichtlich auch auf das Verhältnis zwischen Trainer und Fans ausgewirkt haben.