Die meisten bleiben ihrer Kasse treu, obwohl es teurer wird. Was viele Versicherte vom Wechsel abhält – und weshalb sich genau das 2026 besonders lohnen könnte. Steigende Beiträge, große Preisunterschiede – und dennoch bleibt die Mehrheit der gesetzlich Versicherten ihrer Krankenkasse treu. Nur jeder 20. GKV-Versicherte (fünf Prozent) wechselte 2025 seine Kasse. Rund vier von fünf Versicherten haben ihre Krankenkasse noch nie (39 Prozent) oder seit mehr als fünf Jahren (41 Prozent) nicht gewechselt. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Studie des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag des unabhängigen Finanzratgebers "Finanztip", für die im Dezember 2025 insgesamt 1.017 Personen befragt wurden. Dabei lohnt sich ein Wechsel oft erheblich: Laut Studie können Versicherte mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen, ohne auf Leistungen zu verzichten. Der große Krankenkassenvergleich 2026 von "Finanztip" zeigt zudem, welche Kassen besonders günstig oder teuer sind und bei welchen Krankenkassen sich 2026 am meisten sparen lässt. Wer wechselt, ist meist deutlich zufriedener Ein Wechsel zahlt sich nicht nur finanziell aus, sondern auch in der Zufriedenheit. Fast zwei Drittel der Krankenkassenwechsler (64 Prozent) geben in der Studie an, mit ihrer neuen Kasse zufriedener zu sein. Jeder Dritte (33 Prozent) ist sogar deutlich zufriedener als zuvor. Nur rund vier Prozent berichten von einer geringeren Zufriedenheit nach dem Wechsel. Höhere GKV-Beiträge 2026: Zusatzbeiträge steigen auf durchschnittlich 3,13 Prozent Bis Ende Januar möglich: So viel Geld bringt ein Wechsel zur günstigsten Krankenkasse Barbara Weber, Expertin für Krankenversicherung bei "Finanztip", sagt: "Die hohe Zufriedenheit zeigt: Ein Kassenwechsel kann sich durchaus lohnen." Die Zahlen widerlegen damit die verbreitete Sorge, ein Wechsel bringe Nachteile oder bürokratische Risiken mit sich. Nicht nur der Preis zählt: Beitrag und Leistung entscheiden Der wichtigste Wechselgrund bleibt zwar der Beitrag: Rund 40 Prozent der Wechsler nennen laut "Finanztip"-Studie eine finanzielle Ersparnis als ausschlaggebend. Fast genauso wichtig sind jedoch bessere Leistungen (39 Prozent). Auch der Service spielt für mehr als jeden vierten Wechsler (27 Prozent) eine Rolle. Bonusprogramme (24 Prozent) und Empfehlungen (22 Prozent) folgen mit deutlichem Abstand. "Gesetzlich Versicherte entscheiden sich beim Wechsel ihrer Krankenkasse nicht rein kostengetrieben, sondern suchen die beste Kombination aus Beitrag und Leistung", erklärt Expertin Barbara Weber. Die Zahlen legen jedoch auch nahe, dass viele keinen akuten Handlungsdruck verspüren – obwohl sie mit einem Wechsel sparen könnten. Die geringe Wechselbereitschaft lässt sich zumindest teilweise so deuten: Solange die Krankenkasse funktioniert, beschäftigen sich viele Versicherte nicht mit Beitragssätzen und Alternativen. Fünf Top-Kassen im Vergleich Wie groß die Unterschiede zwischen den Krankenkassen sind, zeigt der jährliche "Finanztip"-Krankenkassenvergleich von 72 bundesweit geöffneten Kassen. Für 2026 empfiehlt "Finanztip" fünf Krankenkassen mit einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis: den Preis-Leistungssieger hkk (2,59 Prozent Zusatzbeitrag), die Techniker Krankenkasse (2,69 Prozent), die besonders günstige BKK Firmus (2,18 Prozent), die Audi BKK (2,6 Prozent) sowie die DAK-Gesundheit (3,2 Prozent), die vor allem bei Familienleistungen punktet. Demgegenüber stehen mehrere vergleichsweise teure Krankenkassen mit Zusatzbeiträgen von vier Prozent und mehr. Insgesamt sind dort über zwei Millionen Mitglieder versichert – so viele wie nie. Dazu zählen unter anderem BKK24 (4,39 Prozent), BKK Herkules (4,38 Prozent), BKK Werra-Meissner (4,35 Prozent), IKK Brandenburg und Berlin (4,35 Prozent), IKK – die Innovationskasse (4,3 Prozent), die Knappschaft (4,3 Prozent) sowie Viactiv (4,19 Prozent). Spartipps für Kassenwechsel: Mehrere Hundert Euro pro Person Wie hoch das Sparpotenzial konkret ist, zeigt ein Rechenbeispiel aus dem "Finanztip"-Vergleich: Ein Durchschnittsverdiener mit 55.000 Euro Bruttojahreseinkommen spart beim Wechsel von einer teuren Kasse mit vier Prozent Zusatzbeitrag zur hkk netto 262 Euro pro Jahr (Arbeitnehmeranteil). Bei einem Jahreseinkommen von 69.750 Euro sind es 312 Euro, bei 40.000 Euro Jahresverdienst 202 Euro. Wer mit einem Einkommen an der Beitragsbemessungsgrenze von 69.750 Euro zur günstigsten Kasse im Vergleich, der BKK Firmus, wechselt, hat sogar mehr als 400 Euro pro Jahr zusätzlich zur Verfügung. Berechnet hat "Finanztip" diese Beträge für eine konfessionslose, kinderlose Person in Steuerklasse I. Sonderkündigungsrecht macht den Wechsel leicht Besonders sinnvoll ist ein Vergleich zum Jahreswechsel. Erhöht eine Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Sie können dann unabhängig von der regulären Bindungsfrist zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln. Wichtig ist der Zeitpunkt: Die Kündigung muss spätestens bis zum Ende des Monats bei der bisherigen Krankenkasse eingehen, in dem der neue Zusatzbeitrag erstmals erhoben wird. Wer rechtzeitig handelt, kann bereits ab Januar spürbar sparen – Jahr für Jahr.