Krypto-Gesetz: Finanzämter erfassen Bitcoin-Gewinne automatisch
Krypto-Anleger geraten stärker in den Fokus der Finanzämter. Ein neues Gesetz sorgt dafür, dass Bitcoin und Co. künftig nicht mehr unter dem Radar bleiben. Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag dem sogenannten Kryptotransparenzgesetz zugestimmt. Mit dem Gesetz setzt Deutschland die EU-Richtlinie 2023/2226 (DAC8) in deutsches Recht um. Ziel ist es, den Handel mit Kryptowerten steuerlich besser erfassbar zu machen. Künftig müssen Anbieter von Kryptodienstleistungen deutlich mehr Daten an die Finanzbehörden melden. Hintergrund ist, dass Gewinne aus Bitcoin , Ethereum und anderen Kryptowerten bislang oft nur dann bekannt werden, wenn Anleger sie selbst in der Steuererklärung angeben. Das soll sich nun ändern: Die Finanzämter sollen systematisch Informationen über Krypto-Nutzer und deren Transaktionen erhalten. Mehr Kontrolle durch europaweiten Datenaustausch Der Beschluss fiel in der 1060. Sitzung des Bundesrats. Mit der Zustimmung ist der Weg für das "Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz" (KStTG) frei. Kern der neuen Regelung ist ein automatischer Informationsaustausch zwischen den EU-Staaten. Anbieter von Kryptodienstleistungen müssen Daten zu Einkünften und Transaktionen melden. Diese Informationen leiten die nationalen Finanzbehörden anschließend an andere EU-Länder weiter, wenn Nutzer dort steuerlich ansässig sind. So will die EU Steuerhinterziehung erschweren und gleiche Regeln für alle schaffen. Krypto-Gewinne: Wann Sie nichts ans Finanzamt melden müssen Kryptoverluste: Dürfen sie steuerlich verrechnet werden? Strengere Pflichten für Börsen, Broker und Wallet-Anbieter Für Anbieter von Kryptodienstleistungen bringt das Gesetz spürbare Änderungen. Sie müssen künftig die Identität ihrer Nutzer sorgfältig prüfen – ähnlich wie Banken es bereits tun. Dazu gehört etwa die Feststellung der steuerlichen Ansässigkeit. Zudem müssen die Unternehmen einmal im Jahr elektronisch umfangreiche Daten an das Bundeszentralamt für Steuern melden. Dazu zählen die Identität der Nutzer, Art und Umfang der Krypto-Transaktionen – etwa Kauf, Verkauf, Tausch, Staking oder Lending – sowie Bestände und Wertentwicklungen. Die Meldepflicht gilt nicht nur für den Handel, sondern auch für Verwahrung, Beratung und vergleichbare Dienstleistungen. Was das Gesetz für Privatanleger bedeutet Für private Krypto-Anleger steigt vor allem die Transparenz gegenüber dem Fiskus. Finanzbehörden erhalten künftig automatisch Informationen über Krypto-Bestände und Transaktionen. Das erleichtert es ihnen, zu prüfen, ob Gewinne korrekt versteuert wurden. Anbieter müssen ihre Nutzer außerdem darüber informieren, dass Daten gemeldet werden. In einigen Fällen können sie eine Selbstauskunft verlangen und diese auf Plausibilität prüfen. Wer gegen die neuen Pflichten verstößt, riskiert ein Bußgeld. Steuerexperten warnen, dass Ordnungswidrigkeiten mit Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden können. Startschuss 2026 – erste Meldungen ab 2027 Das Kryptotransparenzgesetz soll voraussichtlich zum 1. Januar 2026 in Kraft treten. Der erste Meldezeitraum umfasst das Jahr 2026. Die gesammelten Daten tauschen die EU-Staaten dann spätestens ab September 2027 automatisch untereinander aus. Damit endet für Krypto-Anleger eine Phase vergleichsweise geringer Kontrolle. Wer mit digitalen Werten handelt, sollte künftig besonders darauf achten, steuerliche Pflichten korrekt zu erfüllen.
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