Merz trotz Krise gelassen in der ersten Sommer-Pressekonferenz
Seine Koalition ist in ihrer ersten schweren Krise. Und der Kanzler muss in seine erste Sommer-Pressekonferenz. Hat sich Friedrich Merz sicher anders gewünscht. Und doch achtbar absolviert. So einen schönen Zettel hatte sich Friedrich Merz da aufschreiben lassen, den er zu Beginn seiner ersten Sommer-Pressekonferenz als Bundeskanzler vorgetragen hat. Wie ein Gärtner betrachtete er zufrieden ein Land, das unter seiner Hand schon frisch grünt und blüht wie seit Jahren oder Jahrzehnten nicht. Die Wirtschaft: stimuliert und aus der Agonie gerissen. Die irreguläre Migration: unmittelbar eingedämmt. Die Rolle Deutschlands in einer aus den Fugen geratenen Welt: gestärkt. Die Zusammenarbeit der Koalitionäre: fair und partnerschaftlich. Jenseits dessen, dass dieses neu aufblühende Land in dieser Form vor allem vor seinem geistigen Auge, aber nicht vor aller Augen steht: Die schöne neue Welt, die Merz da nach zehn Wochen Kanzlerschaft schon sieht, fand ein jähes Ende, als der Frageteil der Veranstaltung eröffnet wurde. Da stürzte sich die Berliner Presse auf die verkorkste Wahl dreier neuer Mitglieder des Verfassungsgerichts, bei der eine Kandidatin an seiner eigenen Unionsfraktion scheiterte. Und auf den von ihm eingesetzten Fraktionsvorsitzenden, der nach der im ersten Durchgang missglückten Kanzlerwahl nun schon kurze Zeit später erneut nicht imstande war, die notwendige Mehrheit zustande zu bringen. Frohsinn sieht anders aus Frohsinn sieht anders aus als das Gesicht, das Merz in dieser sich dehnenden halben Stunde machte. Zugleich muss man ihm im Wissen um sein eher ungeduldiges Naturell zugutehalten, wie stoisch er durch dieses Spalier aus Spießruten ging. Als gelassen und konzentriert bezeichnete er selbst an einer Stelle seinen Gemütszustand. Und so absolvierte er auch den gesamten Parcours durch alle Themenfelder, die sich an die Causa der Wahlblamage anschlossen. Er wurde an keiner Stelle unwirsch. Machte keinen dringend urlaubsreifen Eindruck. Ging keinem Thema aus dem Weg. Blieb den Fragerinnen und Fragern zugewandt. Ernst und heiter zugleich. Das ist denn auch der überwölbend positive Eindruck dieser Premiere nach 74 Tagen im Amt. Friedrich Merz verfügt über die nötige Kondition und Konstitution, die einem Kanzler abverlangt wird. Dass er sich die Welt, die mit seiner Regierung gekommen ist, schöner malt, als sie sich für Außenstehende präsentiert, ist eine Autosuggestion, die sich in einem hinnehmbaren Rahmen bewegt. Entscheidend ist, dass man anderthalb Stunden einen Mann erleben konnte, der Druck abkann und dabei seine Freude am Tun und seinen Tatendrang nicht verliert. Das ist natürlich keine Garantie für eine erfolgreiche Kanzlerschaft. Aber eine zwingende Voraussetzung dafür.
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