Die Klimaaktivisten der "Letzten Generation" nehmen Berlin ins Visier. Alle Entwicklungen im Newsblog.Die "Letzte Generation" blockiert seit dem 18. September wieder dauerhaft die Straßen in der Hauptstadt – mit mehr Aktivisten als je zuvor. Die Gruppe will auf altbewährte Protestformen zurückgreifen. Man werde Straßen blockieren und Protestmärsche veranstalten. Aber auch andere Formen des Protests seien geplant, etwa im Regierungsviertel. Alles Wichtige erfahren Sie im t-online-Newsblog.Samstag, 30. SeptemberKein Essen für 420 Kita-Kinder wegen Straßenblockaden14.30 Uhr: Wegen einer Autobahnblockade von Aktivisten der "Letzten Generation" soll ein Lieferwagenfahrer eines Catering-Unternehmens daran gehindert worden sein, das Mittagessen für 420 Kita-Kinder auszuliefern. Das berichtet die "Bild-Zeitung". Der Mann sei am Donnerstagmorgen nach Berlin-Niederschönhausen unterwegs gewesen, um die vorbereiteten Essensportionen abzuholen, als er in einen Stau geriet.Das Essen – paniertes Fischfilet mit Spinat – sollte an acht Kitas in Spandau gehen. Drei Stunden lang soll der Mann aufgrund Blockaden der Klimakleber im Stau gestanden sein, sagt Antje Michaelis, die gemeinsam mit Schauspielerin Anne-Sophie Briest, Geschäftsführerin der Catering-Firma ist.Da das Essen nach dem Kochen nur drei Stunden gelagert werden darf, konnte der Fahrer die Portionen für die Kinder nicht mehr abholen. Außerdem wäre die Essenszeit in der Kita ohnehin schon vorbei gewesen. Die Einrichtungen mussten sich einen Notfallplan überlegen, so Michaelis.Das Essen, das nicht ausgeliefert werden konnte, habe man nicht mehr unter die Leute bringen können. "Wir mussten 400 Portionen wegschütten", ärgert sich Michaelis. "Die Aktionen der Letzten Generation sind absolut egoistisch und unüberlegt", lässt die 53-Jährige kein gutes Haar an den Klimaaktivisten.Freitag, 29. September"Letzte Generation" blockiert wieder – Staus9.01 Uhr: Auch am Freitag blockieren die Klimaaktivisten wieder die Berliner Straßen. Wie die Polizei mitteilt, gibt es Protest unter anderem in Schöneberg, Prenzlauer Berg und Tempelhof. Dort haben sich Personen der "Letzten Generation" auf die Straßen geklebt. Es kommt zu Verkehrsbehinderungen.Betroffen ist unter anderem die Schönhauser Allee Ecke Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg. Wie ein Reporter vor Ort berichtet, leitet die Polizei den Verkehr hier ab. Die Räumung der Aktivisten von der Straße verlaufe gesittet.Weitere Blockaden am Tempelhofer Damm und in der Hauptstraße in Schöneberg sind inzwischen wieder beendet, wie die Verkehrsinformationszentrale auf der Plattform X (ehemals Twitter) mitteilte.Donnerstag, 28. SeptemberGeldstrafe für abgesägten Weihnachtsbaum17.22 Uhr: Weil sie im vergangenen Jahr zusammen mit anderen Klimaschützern die Spitze des Weihnachtsbaums am Brandenburger Tor abgesägt hatte, muss eine Klimaaktivistin der "Letzten Generation" eine Geldbuße zahlen. Das Amtsgericht Tiergarten verhängte eine Strafe von 40 Tagesätzen zu je zehn Euro gegen die 23-Jährige. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.Die Studentin aus Wolfenbüttel und eine weitere Frau hatten sich am 21. Dezember vorigen Jahres gegen 9.16 Uhr mit einer Hebebühne zur Spitze der 15 Meter hohen Nordmanntanne fahren lassen. Während sich die Begleiterin der 23-Jährigen mit einer Säge an dem Baum zu schaffen machte, habe die Angeklagte ein Transparent ausgerollt. Das Absägen sei "im bewussten und gewollten Zusammenwirken" geschehen, hieß es in der Anklage. Gegen die andere Frau wird gesondert ermittelt."Das ist nur die Spitze eines Weihnachtsbaums", zitierte die 23-Jährige im Prozess die Worte auf dem damals von ihnen an der Hebebühne angebrachten Plakat. Es sei ein friedlicher Protest gewesen – "die Regierung schafft es nicht, gegen die Klimakatastrophe vorzugehen". Die Angeklagte hatte Freispruch verlangt. Es habe ein rechtfertigender Notstand vorgelegen.Ein weiterer Aktivist erhielt vom Amtsgericht eine Geldstrafe von 130 Tagessätzen zu jeweils 30 Euro wegen Sachbeschädigung. Der Mann war an einer Farbattacke der "Letzten Generation" auf ein Geschäft am Kurfürstendamm beteiligt.Baugerüst? "Festival-of-Lights"-Veranstalter bleibt gelassen14.15 Uhr: Nach der Farbattacke auf das Brandenburger Tor rechnet der Veranstalter des "Festival of Lights" nicht damit, dass die Reinigung des Berliner Wahrzeichens Auswirkungen auf die Lichter-Show haben könnte.Erst kürzlich teilte die für die Farbentfernung zuständige Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) mit, dass für die Arbeiten wahrscheinlich ein Baugerüst am Berliner Wahrzeichen angebracht werden muss. Davon erfuhr der Veranstalter jedoch erst durch eine Anfrage von t-online. Eine Verhüllung hätte möglicherweise Auswirkungen auf die Beleuchtung des Brandenburger Tors gehabt.Auf eine spätere Nachfrage von t-online sagte Veranstalterin Birgit Zander: "Laut unseren Informationen betrifft das erst die Zeit nach dem Festival." Sie bezog sich dabei auf einen zwischenzeitlich erfolgten Austausch mit dem Berliner Senat.Beim "Festival of Lights" werden bekannte Berliner Sehenswürdigkeiten mit bunten Motiven angestrahlt. Das Brandenburger Tor ist eines der Besucher-Highlights während des Lichterspektakels, das seit 2005 jedes Jahr an mehreren Orten in Berlin stattfindet.Autovermieter sperren Aktivisten nach Blockade13.51 Uhr: Nachdem die "Letzte Generation" mehrere Stellen auf der A100 mit Mietwagen blockierte, haben sich verschiedene Mietwagenfirmen auf Nachfrage von t-online geäußert. "Wir verurteilen den Missbrauch unserer Fahrzeuge", teilte etwa das Unternehmen Bolt mit. Sie sperrten die Aktivisten, die an der Blockade teilnahmen, für zukünftigen Autovermietungen. Mehr dazu lesen Sie hier."Letzte Generation" blockiert A1007.49 Uhr: Nachdem die Aktivisten ihre Blockaden in Berlin am Mittwoch pausiert hatten, sind sie am Donnerstag zurück auf der Straße. Wie die Polizei auf dem Kurznachrichtendienst X, vormals Twitter, mitteilt, befinden sich die Klimakleber derzeit auf der A100 in Höhe des Kaiserdamms in Fahrtrichtung Norden auf der Fahrbahn. "Unsere Kollegen sind vor Ort, um diese [die Blockade] aufzulösen", so die Polizei auf X.Wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) mitteilt, staut es sich dort. Es ist mit Verzögerungen von bis zu 30 Minuten zu rechnen. Die Aktivisten seien zunächst mit drei Autos auf die A100 gefahren und hätten dann angehalten, berichtete ein dpa-Fotograf. Auf Fotos von vor Ort ist zu sehen, wie sich zwei Aktivisten an dem Reifen eines Mietwagens und auf der Straße festgeklebt haben.Auf diese Taktik griffen die Klimaaktivisten bereits im Frühjahr zurück. Daraufhin sperrten manche Autovermieter die Klimakleber. "Wir verurteilen den Missbrauch unserer Mietfahrzeuge für derartige Aktionen", teilte etwa ein Sprecher von Sixt auf t-online-Anfrage mit. Mehr dazu lesen Sie hier. Auf einem Foto ist zudem zu sehen, wie ein Rollstuhlfahrer an der Blockade teilnimmt und Fahrzeuge am weiterfahren hindert.Weitere Blockaden gibt es am Donnerstag laut der Polizei an der Ausfahrt der A100 am Kurfürstendamm in Richtung Norden sowie an der Ausfahrt der A100 am Jakob-Kaiser-Platz in Richtung Süden.Dienstag, 26. SeptemberKlimaaktivisten unterstellen der Berliner Polizei Folter13.07 Uhr: Weil die Berliner Polizei bei der Auflösung von Klimaprotesten zum Teil sogenannte Schmerzgriffe gegenüber Aktivisten anwendet, richtet sich die "Letzte Generation" mit einem Vorwurf an die Öffentlichkeit. Die Anwendung von Schmerzgriffen nehme immer weiter zu, so die Organisation.Polizisten würden Klimaaktivisten bei Straßenblockaden absichtlich Schmerzen zufügen. Sogar von Folter spricht die "Letzte Generation" im Zusammenhang mit ihren Anschuldigungen. Lesen Sie hier alles über die Hintergründe. Klimakleber müssen keine Gebühren mehr zahlen10.42 Uhr: Die Polizei darf von Aktivisten der "Letzten Generation" vorerst keine Gebühren mehr für das Lösen von der Straße verlangen. Das Berliner Verwaltungsgericht gab dem Eilantrag eines Aktivisten recht, der dagegen vorgegangen war. Der Mann hatte laut Mitteilung des Gerichts im Juni 2022 an einer Straßenblockade teilgenommen und sich festgeklebt. Für das Lösen und Wegtragen erhielt er einen Gebührenbescheid über 241 Euro.Diese 241 Euro sollen Klimakleber in Berlin schon seit Längerem bezahlen. Die Polizei beruft sich dabei auf die Gebührenordnung für die Benutzung polizeilicher Einrichtungen. Das Verwaltungsgericht sah das jetzt aber als nicht gerechtfertigt an. Die Polizei muss ihm die 241 Euro zurückgeben. Gegen den Beschluss kann beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg Beschwerde eingelegt werden.Bis Anfang September hatte die Berliner Polizei nach Angaben der Senatsinnenverwaltung knapp 1.300 Gebührenbescheide an Klimaaktivisten verschickt, jeweils in Höhe von 241 Euro.Straßenblockaden am Dienstagmorgen08:00 Uhr: Am Dienstagmorgen blockiert die "Letzte Generation" erneut Straßen in Berlin. Die Polizei bestätigte t-online, dass die Beamten zur Straße des 17. Juni Ecke Bachstraße und zur Warschauer Straße Ecke Revaler Straße in Berlin-Friedrichshain gerufen worden seien. Die Verkehrsinformationszentrale Berlin twitterte, dass die Aktivisten auch einen Abschnitt der Konstanzer Straße in Steglitz in Höhe des Abzweigs zum Stadtring besetzten.Das Verkehrsstudio Berlin meldet auf X (ehemals Twitter), dass sich Klimaaktivisten außerdem auf der Prenzlauer Allee Ecke Raumer Straße, in Mitte auf dem Mühlendamm Ecke Breite Straße und auf der Kantstraße auf der Höhe der Windscheidstraße in Wilmersdorf befänden. An einigen Orten sollen sich Menschen auf der Straße festgeklebt haben. Die Polizei sei vor Ort.Montag, 25. SeptemberGewalt gegen Klimaaktivisten17.22 Uhr: Bei einer Straßenblockade ist es am Montag zu einem Gewaltausbruch eines Autofahrers gekommen. Die "Letzte Generation" hat ein Video auf X geteilt, in dem zu sehen ist, wie ein Mann aus seinem Auto steigt und einen angeblich 73-jährigen Aktivisten angreift. Dabei schreit er den älteren Mann an und fordert ihn auf, die Straße zu räumen. Während des Angriffs sitzt ein kleines Mädchen, möglicherweise die Tochter des Fahrers, vorne auf dem Beifahrersitz.Störaktion beim Marathon: Aktivisten erwartet Geldstrafe11.34 Uhr: Nach der Störaktion des Berlin-Marathons mit oranger Farbe sollen die beteiligten acht Demonstranten der "Letzten Generation" 2.000 Euro Strafe zahlen. Sie würden einen Bußgeldbescheid in dieser Höhe erhalten, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Diese Strafe war im Vorfeld von der Polizei für den Verstoß gegen ein Demonstrationsverbot für die Klimaschutzaktivisten angekündigt worden. Auch weitere strafrechtliche Vorwürfe sind demnach möglich. Klimakleber blockieren weiter – Staus in der Stadt8.19 Uhr: Die "Letzte Generation" ist zurück auf der Straße. Das bestätigt ein Polizeisprecher auf Anfrage von t-online. Betroffen ist am Montagmorgen unter anderem der Heckerdamm in Richtung Jakob-Kaiser-Platz, die Puschkinallee in Richtung Elsenstraße, die Straße Alt-Friedrichsfelde im Tunnelbereich sowie der Messedamm in Richtung Autobahn.Die Polizei konnte den Angaben zufolge eine Blockade an der Prenzlauer Promenade verhindern. Der Sprecher geht davon aus, dass die Aktivisten im Laufe des Morgens weitere Blockaden durchführen.Die Polizei bittet Verkehrsteilnehmer auf Twitter darum, nicht selbst einzugreifen. "Unsere Kollegen sind schnellstmöglich vor Ort, um diese [die Blockaden] zu verhindern oder aufzulösen".Sonntag, 24. SeptemberBerlin-Marathon: "Letzte Generation" beschmiert Strecke9.54 Uhr: Wie angekündigt, haben die Klimakleber versucht, den Berlin-Marathon zu unterbrechen. : Wenige Minuten vor dem Start betraten insgesamt acht Aktivisten die Strecke in der Nähe vom Brandenburger Tor, entrollten Transparente und kippten orange Farbe auf die Strecke. Die Polizei konnte die Aktivisten stoppen. Wie die Aktion verlief, lesen und sehen Sie hier.Samstag, 23. SeptemberAktivisten blockieren wichtige Kreuzung in Berlin18.24 Uhr: Am Samstagnachmittag war die "Letzte Generation" mit einem Protestmarsch auf den Straßen Berlins unterwegs. Dabei kam es an der Ecke Potsdamer Straße/Kurfürstenstraße zu der Blockade einer großen Kreuzung. Die Beamten stellten demnach die Identität von gut 100 Menschen fest, in der Spitze hätten rund 130 Menschen an dem Marsch teilgenommen. Mehr dazu lesen Sie hier.Freitag, 22. SeptemberBrandenburger Tor verschmutzt: Aktivisten sollen zahlen17.24 Uhr: Finanzsenator Stefan Evers (CDU) bittet die Aktivisten der "Letzten Generation" zur Kasse. Die Kosten für die Reinigung des Brandenburger Tors belaufen sich derzeit auf mindestens 35.000 Euro. "Wir werden alle zivilrechtlichen Wege beschreiten, diese Summe zurückzubekommen", sagte Evers bei der Plenarsitzung im Landesparlament. Mehr dazu lesen Sie hier.Ältere Einträge zur "Letzten Generation" in Berlin lesen sie entweder hier oder an dieser Stelle.