Kirche: Weihbischof Hans-Jochen Jaschke mit 81 Jahren gestorben
Der emeritierte Weihbischof Hans-Jochen Jaschke ist tot. Jahrelang war er in der Kirche ebenso zuhause wie in Talkshows.
Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke ist am Dienstag im Alter von 81 Jahren gestorben. Das teilte das Erzbistum Hamburg mit. Über viele Jahre galt er als Anwalt der katholischen Kirche im Fernsehen.
Erzbischof Stefan Heße würdigte Jaschke als einen herausragenden Priester, der sich außerordentlich um die katholische Kirche in Norddeutschland verdient gemacht habe. "Meinungsstark, mit einer klaren Haltung und ohne Berührungsängste hat Weihbischof Jaschke der Kirche in der Öffentlichkeit ein Gesicht gegeben, und das weit über Norddeutschland hinaus", sagte Heße.
Dem Fernsehpublikum war Jaschke aus zahlreichen Sendungen vertraut. In unzähligen Talkshows war der Hamburger Weihbischof jahrelang das Gesicht der katholischen Kirche. Ob Zölibat, homosexuelle Priester oder Prunksucht von Würdenträgern - zu jedem Thema hatte Jaschke eine Antwort parat. Seine Devise dabei: "Man muss offen mit den Dingen umgehen. Es hat ja keinen Sinn, etwas zu verschleiern."
Mit der ersten Bischöfin der evangelisch-lutherischen Kirche, Maria Jepsen, war er nach eigenen Angaben stets befreundet. In den Medien seien sie oft gemeinsam aufgetreten und als Bischofspaar "J/J" bekannt gewesen.
Jaschke wurde 1941 im oberschlesischen Beuthen geboren. Nach dem Theologiestudium in Frankfurt am Main und Münster wurde er 1967 in Osnabrück zum Priester geweiht und arbeitete danach als Seelsorger in Bremen. Jaschke studierte erst bei den Jesuiten in Frankfurt, dann in Münster bei Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI. Ratzinger wurde auch sein Doktorvater. 1989 empfing Jaschke in Osnabrück die Bischofsweihe und war danach Weihbischof des Bistums Osnabrück in Hamburg und Schleswig-Holstein. 1995 wurde er Weihbischof im neuerrichteten Erzbistum Hamburg. 2016 wurde er mit Erreichen der Altersgrenze für Bischöfe emeritiert.
Tweet des Erzbistums
