WM 2022: Organisation fordert Ausschluss für den Iran von Fifa
Die Unruhen im Iran haben Folgen für den Fußball. Einige Profis unterstützen die Demonstranten, einer wurde sogar festgenommen. Und nun?Wenige Wochen vor Beginn der Fußball-WM in Katar hat die iranische Frauenrechtsbewegung "Open Stadiums" die Fifa aufgefordert, den Iran von dem Turnier auszuschließen."Warum sollte die Fifa dem iranischen Staat und seinen Vertretern eine weltweite Bühne geben?", heißt es in einem Brief, den die Organisation an den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino persönlich gerichtet hat. "Open Stadiums" fordert seit Jahren den freien und ungehinderten Zugang von Frauen zu Fußballstadien im Iran. Inmitten der heftigen Proteste im Land gewinnt das Ansinnen weiter an Gewicht. Die Fifa hat sich vorerst nicht zu dem Schreiben geäußert."Dieser Staat lehnt es nicht nur ab, Grundrechte und Menschenwürde zu respektieren. Er foltert und tötet sein eigenes Volk", heißt es in dem Schreiben der Frauenrechtsbewegung weiter: "Wo sind die Grundsätze der Fifa-Statuten in dieser Hinsicht? Wir fordern die Fifa auf, den Iran unverzüglich von der WM 2022 in Katar auszuschließen." Der Iran trifft in der Vorrundengruppe B auf die USA, England und Wales. Das erste Spiel ist am 21. November die Begegnung gegen England.Solidarität aus der BundesligaNach übereinstimmenden Medienberichten ist der ehemalige Fußball-Nationalspieler Hossein Mahini im Zusammenhang mit den Protesten in Polizeigewahrsam genommen worden. Der 36-Jährige sei am Donnerstagabend auf Anordnung der Justizbehörden wegen seiner Unterstützung für die anhaltenden Proteste verhaftet worden, schrieb unter anderem das Sportportal "khabarvarzeshi". Am Freitag gab es in den sozialen Medien Solidaritätskundgebungen mit dem früheren Kapitän des 14-maligen iranischen Meisters Persepolis FC.Mit den derzeit andauernden Protesten im Land haben sich auch mehrere Spieler der aktuellen iranischen Nationalmannschaft wie Sardar Azmoun vom Bundesligisten Bayer Leverkusen solidarisiert.Was war passiert?Hintergrund der Demonstrationen sind die Vorfälle um den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini. Die Sittenpolizei hatte sie wegen ihres angeblich "unislamischen Outfits" festgenommen. Was genau mit Amini nach ihrer Festnahme geschah, ist unklar.Die junge Frau war ins Koma gefallen und am 16. September in einem Krankenhaus gestorben. Seitdem demonstrieren landesweit die Menschen gegen den repressiven Kurs der Regierung und das islamische System.
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