Das iranische Regime will die landesweiten Proteste mit Gewalt unterdrücken. Wie viele Menschen bislang gestorben sind, ist unklar.Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International setzt der Iran mit Absicht tödliche Gewalt zur Unterdrückung der anhaltenden Proteste nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini ein. Die iranischen Behörden hätten "ihre gut geschliffene Repressionsmaschinerie mobilisiert, um landesweite Proteste rücksichtslos zu unterdrücken im Versuch, jede Herausforderung ihrer Macht zu vereiteln", erklärte Amnesty am Freitag. Die Organisation warnte davor, dass ohne ein internationales Handeln noch mehr Menschen Haft oder den Tod riskierten.Amnesty erklärte, die Durchsicht von Fotos und Videos zeige, dass die meisten Opfer von Sicherheitskräften mit scharfer Munition getötet worden seien. Ohne ein abgestimmtes, gemeinsames Handeln der internationalen Gemeinschaft, "das über Verurteilungen hinausgeht, laufen unzählige weitere Menschen Gefahr, getötet, verstümmelt, gefoltert, sexuell missbraucht und hinter Gitter gebracht zu werden", erklärten die Menschenrechtler. Proteste seit Tod von Mahsa AminiZwei Amnesty zugespielte offizielle Dokumente zeigten demnach, dass die Sicherheitskräfte zu hartem Durchgreifen angewiesen worden seien. So habe der Befehlshaber der Streitkräfte in der Provinz Masandaran seine Untergebenen in einem der Papiere angewiesen, "gnadenlos, bis hin zur Verursachung von Todesfällen, gegen jede Art von Unruhen durch Randalierer und Anti-Revolutionäre vorzugehen".Die anhaltenden Proteste im Iran waren vom Tod der Kurdin Mahsa Amini ausgelöst worden. Mehr dazu lesen Sie hier. Sie war in Teheran von der Sittenpolizei festgenommen worden, offenbar weil sie das islamische Kopftuch nicht den Regeln entsprechend trug. Nach Angaben von Aktivisten soll sie von der Polizei geschlagen und deshalb gestorben sein.52 Tote bestätigtAmnesty erklärte, die Organisation habe den Tod von 52 Menschen bei den Protesten bestätigen können, aber die Gesamtzahl sei wahrscheinlich höher. Die Aktivisten von Iran Human Rights (IHR) mit Sitz in Oslo zählten inzwischen 83 Todesopfer. Zuletzt hatte der Iran auch den Druck auf Prominente und Journalisten verstärkt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna wurde der iranische Ex-Fußballspieler Hossein Manahi am Freitag festgenommen, nachdem er die Proteste in den Online-Netzwerken unterstützt hatte.