Heidelberg: Stadt verschärft Alkohol-Regeln an beliebten Plätzen
Von Sebastian Riemer
Heidelberg. Die erste Reaktion der Stadt Heidelberg auf die Randale vom Pfingstwochenende war ein Aufenthaltsverbot für die Neckarwiese. Nun folgt ein zweiter Schritt: Der Außer-Haus-Verkauf und Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum werden eingeschränkt.
Das Verbot soll ab diesen Freitag stets an den Wochenendnächten gelten, wie ein Stadtsprecher am Mittwoch der RNZ sagte. In der gesamten Altstadt – dazu gehört etwa auch der Schlossgarten –, rund um den Bismarckplatz und auf der Neckarwiese darf ab Mitternacht kein Alkohol mehr getrunken werden. Nach den derzeitigen Plänen ist es zudem Kiosken, "Spätis" und anderen Läden schon eine Stunde früher, also ab 23 Uhr, verboten, alkoholische Getränke zu verkaufen. Die Gastronomie ist von den Plänen nicht betroffen. Wirte dürfen ihren Gästen in der Bar oder im Restaurant weiterhin Alkohol ausschenken, auch an den Tischen unter freiem Himmel.
Zudem teilte die Stadt mit, dass das nächtliche Aufenthaltsverbot auf der Neckarwiese an Wochenenden verlängert wird: Es soll nun vorerst bis 11. Juli gelten – und damit bis zu dem Tag des Fußball-EM-Finales. Allerdings gilt es schon ab diesem Wochenende nicht mehr ab 22 Uhr, sondern erst ab 0 Uhr. Damit werden die Zeiten an die Außenbewirtschaftung der Gaststätten angepasst. Diese dürfen ihre Gäste während der EM bis 0 Uhr draußen bedienen.
Warum das Alkoholverbot jetzt kommt, dazu äußerte sich ein Stadtsprecher am Mittwoch so: "Stadt und Polizei stehen in engem Austausch zur öffentlichen Sicherheit und sehen auch für die kommenden Wochenenden besondere Herausforderungen."
Näheres zu der Neuregelung will die Stadt an diesem Donnerstag bekannt geben. Dann sollen auch bereits die entsprechenden Allgemeinverfügungen für das Verbot für den Konsum und Verkauf von Alkohol sowie für das zeitlich geänderte Aufenthaltsverbot auf der Neckarwiese fertig sein. Sie können dann beide bereits am Freitag, 18. Juni, in Kraft treten.
Am Pfingstwochenende hatten zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsenen auf der Neckarwiese randaliert. Sie warfen Flaschen auf Polizeibeamte und beschädigten unter anderem Schaustellerbuden, ein Corona-Testzentrum sowie Toilettenanlagen. Drei Polizisten wurden verletzt. Die Stadt hatte mit einem Aufenthaltsverbot auf der Neckarwiese auf die Ausschreitungen reagiert, das die Polizei mit starken Kräften überwachte.
In den folgenden Nächten hatte eine Gruppe von rund 100 jungen Leuten dann in der Innenstadt Ärger gemacht: Die Polizei musste mehrmals wegen Vandalismus, Ruhestörung und körperlicher Auseinandersetzungen eingreifen.
Update: Mittwoch, 16. Juni, 20 Uhr
