Eschelbronn: Illegale Müllablagerung wird schlimmer
Eschelbronn. (rw) Es gehört nicht zum angenehmsten Geschäft, das Alexander Müller vom Bauhof jeden Freitagvormittag zu erledigen hat. Zumal ihm von einigen Mitbürgern dabei die Arbeit unnötig erschwert wird. Die Rede ist von einer vierstündigen Rundfahrt, bei der Müll aus den Abfallkörben an den öffentlichen Plätzen im Ort entsorgt werden muss. Das Problem der illegalen Müllentsorgung ist schon seit Längerem bekannt und nimmt von Woche zu Woche zu. Daher nahm sich Bürgermeister Marco Siesing nun die Zeit, um eine Müllentsorgungsfahrt zu begleiten und die Problematik an Ort und Stelle zu beobachten.
Ein Brennpunkt ist der Parkplatz am Spechbacher Weg. Regelmäßig ist hier der Abfallkorb überfüllt, mit Dingen, die eigentlich dort nicht hinein gehören. Denn das schattige Plätzchen wird gerne von durchreisenden Geschäftsleuten oder Handwerkern für eine kleine Rast genutzt. Dann werden schon einmal fertig gepackte Müllbeutel im oder neben dem Abfallkorb abgelegt. Und auch Mitbürger entsorgen hier ihren Müll auf Kosten anderer, obwohl es genügend legale Möglichkeiten gibt, den Unrat loszuwerden.
Auch die Behälter mit dem Hundekot sind immer reichlich gefüllt. Beim Nachfüllen der Beutel bemerkt Müller etwas scherzhaft, dass es im Ort bald mehr Hunde als Einwohner gibt. "Wenn man einen doppelt so großen Müllbehälter aufstellen würde, wäre der genau so voll", ist sich Müller sicher.
Siesing und Müller fahren auch zu Spielplätzen, bei denen sie die Spielgeräte kontrollieren, zu Sportplätzen, Schule, Kindergarten und anderen öffentlichen Plätzen, auf denen ebenfalls Abfallkörbe stehen. An allen Stationen ergibt sich das gleiche Bild. Auch die Gemeindeverbindungsstraße nach Meckesheim wird abgefahren. Hier sammelt sich am Straßenrand regelmäßig eine Menge Müll an.
Am Ende der Fahrt ist der Bauhoftransporter reichlich mit dem angesammelten Unrat gefüllt, der nun ordnungsgemäß entsorgt wird. Bürgermeister Siesing ist etwas fassungslos, über das, was er während der Tour sehen musste. Sein eindringlicher Appell geht daher an die Mitbürger, gewissenhaft mit dem Thema Müll umzugehen, diesen auf legalem Weg zu entsorgen und nicht die Arbeit des Bauhofs zu erschweren. Wer bei der wilden Müllablagerung beobachtet wird, dem droht eine Anzeige.
