Neckargemünd: Erkennt die Ampel nun die Radfahrer besser?
Von Christoph Moll
Neckargemünd. Von Neckargemünd aus gibt es nun mit der Radspur auf der Bundesstraße B 37 eine komfortable Möglichkeit, um nach Heidelberg zu radeln. Doch innerhalb der Stadt sieht es nicht so prickelnd aus. Gerade die Bahnhofstraße ist beim Radverkehr ein Sorgenkind, nachdem bei der Sanierung vor wenigen Jahren entsprechende Maßnahmen für Radler völlig vergessen wurden. Deshalb nutzen viele Zweiradfahrer die parallel zur Bahnhofstraße verlaufende Güterbahnhofstraße. Wer allerdings von dort durch den Melacpass zur B 37-Radspur nach Heidelberg abbiegen will, muss unter Umständen lange warten. Darauf wies RNZ-Leser Synco de Vogel nun hin.
"Wenn man vom Melacpass unter der Bahnlinie hindurch kommt und an der Ampel nach links Richtung Heidelberg abbiegen will, hat man Pech", berichtet der Neckargemünder. Denn die Ampel erkenne Radler nicht und hier gebe es keinen Drücker zum Anfordern des Grünsignals – anders als an der gegenüberliegenden Einmündung der Ziegelhütte in die Bahnhofstraße.
"Wie kann man das dort vergessen?", fragt de Vogel. So müsse man illegal die Straße überqueren oder eben warten, bis die Ampel irgendwann doch noch Grün zeigt – was aber dauern könne. Insbesondere für Kinder sei die Situation dort gefährlich. "Bei 920.000 Euro für die B 37-Radspur könnte man das eventuell noch nachrüsten", meint de Vogel.
Stadtsprecherin Petra Polte berichtet auf RNZ-Nachfrage, dass dieses Thema bei der Stadt bisher noch nicht "nachgefragt" worden sei. "An der Ziegelhütte gibt es einen Anforderungsschalter wegen der starken Steigung", erklärt Polte. Vom Melacpass kommend müssten Radfahrer die Fußgängerfurt nutzen. Zuständig sei aber das Straßenbauamt des Rhein-Neckar-Kreises.
Dessen Sprecherin Silke Hartmann berichtet, dass auch beim Landratsamt keine Meldungen über das Problem eingegangen seien. Die Technik der "Verkehrssicherungsanlage" sei im Jahr 2015 aufgrund der ÖPNV-Förderung erneuert worden. "An der Lage der einzelnen Taster oder Signalmasten wurden keine Änderungen vorgenommen", so Hartmann. Induktionsschleifen, die ausschließlich auf Autos reagieren, seien bei neueren Anlagen eher selten der Fall. Stattdessen "sind hier Kameras am Ampelmast verbaut", so Hartmann. "Die Videodetektion registriert in der Regel jeden Verkehrsteilnehmenden, der sich im Erfassungsbereich bewegt." Sogar Fußgänger. "Vor Ort konnten wir beobachten, dass die Radfahrenden leider nicht vor beziehungsweise an der Haltelinie anhalten", so Hartmann. Dies habe jedoch keine Auswirkungen auf das System. "Wir versuchen, hier noch Verbesserungen des Erfassungsbereichs vorzunehmen", so die Behördensprecherin.
Der Taster an der Ziegelhütte sei übrigens Altbestand und eigentlich nicht mehr erforderlich.
