Heidelberg: Neue Ambulanz in der Thoraxklinik eröffnet
Von Julia Lauer
Heidelberg. Der Trend in den Krankenhäusern verlagert sich hin zur ambulanten Versorgung. Um mit der Zeit zu gehen, baut die Thoraxklinik in Rohrbach ihre Ambulanz aus. Der erste Bauabschnitt ist fertiggestellt, er ist am Montagabend feierlich eingeweiht worden. Zu der neuen Ambulanz gehören Arztzimmer, Untersuchungskabinen und ein Schockraum sowie ein Empfang mit einem hellen und großzügigen Wartebereich – ein bisschen in der Art, wie man es von Flughäfen kennt.
Die Patienten, die die Ambulanz aufsuchen, leiden an gut- und bösartigen Erkrankungen des Brustkorbs, an Asthma oder Mukoviszidose, an Lungenkrebs oder an der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD. Ihren Bedürfnissen soll der Umbau entgegenkommen. Um eine Patientenversorgung auf höchstem Niveau zu ermöglichen, orientiere er sich an den neuesten hygienischen, baulichen und technischen Standards, erklärte die Klinik.
Es sind rund 200 Patienten täglich, die die Thoraxklinik am Morgen aufsuchen, um sie bereits am Nachmittag wieder zu verlassen. "Heute werden viele Patienten an einem Tag durchgeschleust, die früher zwei Wochen in der Klinik verbrachten", erläuterte Professor Felix Herth, Chef der Pneumologie, die gestiegene Bedeutung der ambulanten Versorgung. Aus Sicht der Kliniken stellt diese Entwicklung eine Herausforderung dar. Nicht nur verdienten die Krankenhäuser durch die Kürze des Aufenthalts deutlich weniger an den Patienten als in früheren Zeiten, die Verdichtung erfordere auch zusätzliche personelle Ressourcen, erklärte Herth, der auch medizinischer Geschäftsführer ist. Zugleich gelte es, Gebäude und Abläufe so zu gestalten, dass sie diesen Entwicklungen Rechnung trügen, mit kurzen Wegen etwa oder durch die Vermeidung langer Wartezeiten.
2015 war der Schritt beschlossen worden, und jener Bereich der Klinik, in dem sich früher der Eingang befand, die Cafeteria und ein Friseur, wurde zu ebendiesem Zweck umgebaut. Der Haupteingang der Klinik wurde in die Röntgenstraße verlegt. "Die Organisationsabläufe konnten entscheidend verbessert werden", würdigte Michael Kreuter, organisatorischer Leiter der Ambulanz, den Umbau – nun fehlten nur noch ein paar Bilder. In den Räumen der Ambulanz sind mit Lungenspezialisten, Thoraxchirurgen und Onkologen wichtige Fachrichtungen gebündelt vertreten. "Eine große Stärke unserer Ambulanz ist, dass sie interdisziplinär aufgestellt ist", erklärte Kreuter. Sowohl die Diagnostik als auch die Therapie von Patienten, die sich erstmalig vorstellen, würden in der Ambulanz in einer interdisziplinären Konferenz festgelegt.
5,4 Millionen Euro investiert die Thoraxklinik insgesamt in ihre neue Ambulanz. Ein zweiter Bauabschnitt wird folgen, er soll bis Ende 2022 fertiggestellt sein. Man müsse sukzessive investieren, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, kommentierte Ingo Autenrieth, Chef des Universitätsklinikums, dem die Thoraxklinik angeschlossen ist. Ähnliche Worte fand Christian Schell, technischer Leiter der Thoraxklinik, für die Notwendigkeit der Modernisierung: "Eine Klinik, die nicht baut, ist tot." Die Erneuerung im laufenden Betrieb vorzunehmen, sei eine besondere Herausforderung gewesen.
Stationäre Aufenthalte wird es in der Thoraxklinik mit ihren 300 Betten natürlich auch weiterhin geben: Operationen oder operative diagnostische Verfahren, bei denen etwa Gewebe entnommen wird, werden mehrtägige Aufenthalte auch in Zukunft noch erforderlich machen. Nur der Anteil der ambulanten Versorgung wächst eben beständig: Auf rund 10.000 stationäre Behandlungen kommen dort mittlerweile rund 30.000 ambulante Behandlungen jährlich.
