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Aserbaidschan und Türkei werfen Armenien Kriegsverbrechen im Bergkarabachkonflikt vor

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Trotz der am 10. Oktober ausgehandelten Waffenruhe bleibt die Situation in der südkaukasischen Region Bergkarabach an der Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan nach wie vor angespannt. Laut Medienberichten ist die Hauptstadt der nicht anerkannten Republik Arzach in der Nacht zum Samstag erneut unter Beschuss geraten. Demnach heulten in Stepanakert wieder die Sirenen. Nach Angaben der örtlichen Behörden kamen durch den Angriff der aserbaidschanischen Armee ein Wohnhaus sowie mehrere Geschäfte und ein Hotel im Zentrum der Hauptstadt zu Schaden. Mindestens zwei Menschen erlitten Verletzungen. Außerdem wurden drei Zivilisten in der Siedlung Schosch verletzt. Auch dort gab es erhebliche Sachschäden.    

Seinerseits berichtete Aserbaidschan von einem Raketenbeschuss auf Gandscha. Durch den Angriff auf die zweitgrößte Stadt des Landes wurden in der Nacht zum 17. Oktober nach Angaben des Zivilschutzministeriums in Baku 13 Menschen getötet. Weitere 52 erlitten Verletzungen. Die Behörden sprachen von schweren Schäden. Auf Bildern war zu sehen, wie Rettungskräfte in zerstörten Häusern nach Überlebenden suchten.

Das armenische Verteidigungsministerium wies seine Verantwortung dafür zurück. Wie Sprecherin Schuschan Stepanjan mitteilte, habe die armenische Armee kein Feuer in Richtung Aserbaidschan eröffnet. Es habe auch keine Angriffe auf Aserbaidschan vom armenischen Territorium aus gegeben.

Indes stufte der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew die Raketenangriffe auf Gandscha als Kriegsverbrechen ein. Die Führung in Jerewan müsse sich für ihre Angriffe auf die zivile Bevölkerung verantworten. Alijew sagte, Baku werde darauf auf dem Schlachtfeld antworten. Gleichzeitig betonte der Präsident, dass sein Land keine Zivilisten unter Beschuss nehme. Darüber hinaus teilte er am Samstag mit, dass die aserbaidschanische Armee eine Stadt und sieben Dörfer im Bergkarabach unter ihre Kontrolle genommen habe.

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Auch der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu verurteilte den Beschuss von Gandscha scharf. Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Schuldigen bestraft werden.

Armenien begeht weiterhin Kriegsverbrechen und massakriert Zivilisten, indem es unschuldige Menschen einschließlich Kindern tötet. Das Schweigen über diese Gräueltat bedeutet, die Verantwortung für diese Morde zu teilen. Wer keine Humanität kennt, wird für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen. Wir werden dem verbrüderten Aserbaidschan immer beistehen.

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Nach den schwersten Kampfhandlungen seit Jahren in der Region Bergkarabach hatten sich Armenien und Aserbaidschan in der Nacht zum 10. Oktober unter der Vermittlung Russlands auf eine Waffenruhe geeinigt. Die Verhandlungen zwischen dem russischen Außenminister Lawrow und seinen Amtskollegen aus Armenien und Aserbaidschan, Sohrab Mnazakanjan und Dscheichun Bairamow, dauerten mehr als zehn Stunden. Danach teilte Lawrow mit, die Waffenruhe werde am 10. Oktober um 12 Uhr Ortszeit in Kraft treten und solle dazu genutzt werden, Kriegsgefangene und weitere inhaftierte Personen auszutauschen und die Leichen der Gefallenen in ihre Heimat zu überführen. Grundlegende Friedensverhandlungen solle es unter Führung der Minsk-Gruppe der OSZE geben.

Der Konflikt war ursprünglich im Februar 1988 ausgebrochen, als die Autonome Oblast Bergkarabach mit überwiegend armenischer Bevölkerung ihre Loslösung von Aserbaidschan angekündigt hatte. Im Laufe der bewaffneten Auseinandersetzungen, die von 1992 bis 1994 dauerten, verlor Baku die Kontrolle über Bergkarabach und sieben Anrainergebiete. Im Jahr 1994 unterzeichneten Aserbaidschan, Armenien und die Republik Bergkarabach unter Vermittlung der Russischen Föderation ein Protokoll über einen Waffenstillstand. Trotzdem kam es wiederholt zu Kampfhandlungen, zuletzt eskalierte der Konflikt am 27. September erneut. Armenien und Aserbaidschan machen sich gegenseitig dafür verantwortlich.

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