News vom Wochenende: Konflikt in Berg-Karabach: Tote und Verletzte bei neuen Kämpfen
Polizei zählt 91 Rückkehrer aus Syrien und Irak als "Gefährder" +++ 7830 Corona-Neuinfektionen in Deutschland – neuer Höchstwert +++ Bundesamt warnt vor "Wegducken" bei Suche nach Atomendlager +++ Die News vom Wochenende im stern-Ticker.
Aktuelle Top-Meldung:
Konflikt in Berg-Karabach: Tote und Verletzte bei neuen Kämpfen
Eine Woche nach der vereinbarten Waffenruhe dauern die Kämpfe in der Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus an. Aserbaidschan meldete schwere Angriffe der armenischen Seite in der Nacht zum Samstag auf Ganja, die zweitgrößte Stadt des Landes.
Bei dem Raketenbeschuss seien mindestens 13 Menschen getötet worden, teilte das Zivilschutzministerium in der Hauptstadt Baku mit. Die Leichen seien etwa unter Trümmern zerstörter Häuser gefunden worden. Zudem habe es mehr als 50 Verletzte gegeben.
Auf von Aserbaidschan verbreiteten Bildern war zu sehen, wie Rettungskräfte in zerstörten Häusern nach Überlebenden suchen. Die Behörden sprachen von erheblichen Schäden.
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Die Meldungen des Tages:
+++ 11.59 Uhr: Barley hält nur Minimalkonsens über Post-Brexit-Abkommen für möglich +++
Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley, sieht kaum Chancen für ein Handelsabkommen der EU mit Großbritannien, das über einen Minimalkonsens hinausgeht. "Es wird immer schwieriger", sagte die SPD-Politikerin in NDR Info. Eine schmale Vereinbarung über ganz enge Bereiche könne am Ende die gesichtswahrendste Lösung sein. "Die Fischerei wird wohl draußen bleiben."
Der britische Premierminister Boris Johnson wolle vor allem seinem Volk beweisen, dass er die Kontrolle habe. "Boris Johnson geht es immer um die Wirkung nach innen", sagte Barley. "Und die EU muss der Sündenbock sein." Deswegen fordere er so unnachgiebig, dass sich Brüssel bewegen müsse. Bei manchen Themen bewege sich Brüssel auch, bei anderen aber eben auch nicht. Die EU werde die seit langem bekannten roten Linien in den Verhandlungen nicht übertreten. "Wir wollen keinen Dumpingwettbewerb vor unserer Nase haben."
+++ 10.59 Uhr: Österreichs Außenminister positiv auf Coronavirus getestet +++
Der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er befinde sich in Quarantäne, zeige bisher aber keine Symptome, sagte seine Sprecherin am Samstag der österreichischen Agentur APA. Die Infektion wurde demnach bei einem Routinetest am Freitag festgestellt.
Schallenberg sagte für nächste Woche angesetzte Reisen nach Großbritannien, Dänemark, Griechenland und Zypern ab. Es sei möglich, dass sich der 51-Jährige bei einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg am vergangenen Montag mit dem Virus angesteckt habe, sagte die Sprecherin.
+++ 10.33 Uhr: Hinweis auf Waffe – Polizei sperrt Straßen in Berlin ab +++
Ein Hinweis auf eine Person mit einer Langwaffe hat in der Nacht zum Samstag einen größeren Polizeieinsatz in der Nähe des Roten Rathauses in Berlin ausgelöst. Eine Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei sowie Teile eines Spezialeinsatzkommandos kontrollierten die Gegend um die Alte Münze, einem ehemaligen Münzprägewerk im Ortsteil Mitte - sie fanden aber keine Waffe, wie ein Polizeisprecher am Morgen sagte. Wie viele Polizisten im Einsatz waren, konnte er nicht sagen.
Die Zeitung "B.Z." berichtete, dass mehrere verdächtige Personen bei dem Einsatz vorläufig festgenommen worden seien. Die Straßen um das Rote Rathaus und die Senatsverwaltung für Inneres seien weiträumig abgesperrt und von Einsatzkräften mit Maschinenpistolen kontrolliert worden. Nach Informationen der Zeitung sahen drei Zeugen einen Mann mit einer Langwaffe und informierten die Polizei.
+++ 9.49 Uhr: Konflikt in Berg-Karabach: Tote und Verletzte bei neuen Kämpfen +++
Eine Woche nach der vereinbarten Waffenruhe dauern die Kämpfe in der Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus an. Aserbaidschan meldete schwere Angriffe der armenischen Seite in der Nacht zum Samstag auf Ganja, die zweitgrößte Stadt des Landes.
Bei dem Raketenbeschuss seien mindestens 13 Menschen getötet worden, teilte das Zivilschutzministerium in der Hauptstadt Baku mit. Die Leichen seien etwa unter Trümmern zerstörter Häuser gefunden worden. Zudem habe es mehr als 50 Verletzte gegeben.
Auf von Aserbaidschan verbreiteten Bildern war zu sehen, wie Rettungskräfte in zerstörten Häusern nach Überlebenden suchen. Die Behörden sprachen von erheblichen Schäden.
+++ 9.04 Uhr: Kriegsherrin in Afghanistan von Taliban angegriffen +++
In Afghanistan haben die militant-islamistischen Taliban das Tal einer bekannten Kriegsherrin überfallen. Seit Mittwoch nahmen die Aufständischen in einem Bezirk der Nordprovinz Baghlan mehrere Dörfer ein, wie Augenzeugen aus dem Tal berichteten. Talibansprecher Sabiullah Mudschahid erklärte daraufhin, dass die als Kommandantin Kaftar bekannte Kriegsherrin zu den Islamisten übergelaufen sei. Per Telefon bestritt die rund 70-Jährige dies.
Kaftar, die eigentlich Bibi Aischa Habibi heißt, gilt als einzige Kriegsherrin Afghanistans. Mit einigen Dutzend bewaffneten Männern kontrollierte sie bisher einen kleinen Teil eines Provinzbezirks. Einige Männer seien bei dem Taliban-Angriff getötet worden, weitere übergelaufen, sagte ein enger Verwandter Kaftars. Der Bezirk Nahrin sei zum größten Teil unter Taliban-Kontrolle. Mehr als die Hälfte der Bezirke in der Provinz Baghlan sind umkämpft.
+++ 8.20 Uhr: Nach mörderischer Attacke auf Lehrer bei Paris vier Menschen in Gewahrsam genommen +++
Nach der mutmaßlich terroristisch motivierten Attacke auf einen Geschichtslehrer in Frankreich hat es einem Bericht zufolge mehrere Festnahmen gegeben. Vier Menschen, darunter ein Minderjähriger, wurden am Freitagabend in Polizeigewahrsam genommen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP. Sie sollen zur Familie des mutmaßlichen Angreifers gehören.
Enthauptung Paris 22.50Der Lehrer wurde nach ersten Erkenntnissen in Conflans-Sainte-Honorine nordwestlich von Paris von einem Angreifer enthauptet. Die Anti-Terror-Fahnder der Staatsanwaltschaft übernahmen die Ermittlungen - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von einem islamistischen Terroranschlag. Der mutmaßliche Täter wurde von der Polizei getötet.
+++ 5.18 Uhr: 7830 Corona-Neuinfektionen in Deutschland – neuer Höchstwert +++
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 7830 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet, mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen hervor. Am Vortag war mit 7334 neuen Fällen der bis dato höchste Wert registriert worden. In der vergangenen Woche meldete das RKI am Samstag 4721 Neuinfektionen. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.
Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauert es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.PAID STERN 2020_43 Sicher durch Herbst und Winter 20.10
+++ 5.04 Uhr: Polizei zählt 91 Rückkehrer aus Syrien und Irak als "Gefährder" +++
Die Polizei stuft 91 islamistische Rückkehrer aus Syrien oder dem Irak als sogenannte Gefährder ein. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die AfD-Fraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Weitere 66 Menschen wurden mit Stand vom 28. September als "relevante Personen" geführt.
Als "Gefährder" bezeichnen die Sicherheitsbehörden Menschen, denen sie schwerste politisch motivierte Gewalttaten bis hin zum Terroranschlag zutrauen. Als "relevant" gilt, wer innerhalb der Szene etwa Führungsperson ist oder logistische Hilfe leistet. Im Juni zählte die Bundesregierung noch 61 zurückgekehrte islamistische Gefährder - bezog sich damit aber nur auf IS-Kämpfer. In Syrien ist auch die Al-Kaida-nahe militant-islamistische Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) aktiv, die früher unter dem Namen Al-Nusra-Front bekannt war. Im benachbarten Irak zählt die pro-iranische Kataib Hisbollah zu den stärksten und einflussreichsten Milizen des Landes.
+++ 4.19 Uhr: Bundesamt warnt vor "Wegducken" bei Suche nach Atomendlager +++
Der Präsident des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung, Wolfram König, hat die Suche nach einem sicheren Atommüll-Endlager einen langen und steinigen Weg genannt. Aber er ist leider ohne ernsthafte Alternativen", sagte König der Deutschen Presse-Agentur. Er verglich die Suche mit einer Gipfelbesteigung. Zur Frage, was dabei die schwierigsten Herausforderungen seien, sagte König: "Dass die Seilschaft auch bei schwierigen Wetterverhältnissen zusammen bleibt und ganz wesentlich, dass die Kondition ausreicht."
Auf die Frage, welche früheren Fehler vermieden werden sollten, sagte König: "Zu hoffen, dass Weggucken und Wegducken das Problem schon irgendwie aus der Welt schafft." Dauerhafte Sicherheit vor den gefährlichen Abfällen werde nur erreichbar sein, wenn sich jetzt darum gekümmert werde.
