"Der letzte Ton": Geliebte Mutter auf Hit-Album verewigt
Hardheim. (adb) Gleich in der ersten Woche auf Platz drei der deutschen Album-Charts und überdies auf dem ersten Platz der Schweizer und Österreicher Charts – mit steigender Tendenz: Das neue Album der Schweizer Schlagerband "Calimeros" ist speziell zu Zeiten des Schlagerbooms ein Volltreffer. Mit daran beteiligt ist ein gebürtiger Hardheimer: Der inzwischen in Niederbayern lebende Guido Morsblech – geboren und aufgewachsen in der Erftalmetropole – steuerte den Text zur Single "Der letzte Ton" bei. Mit der Rhein-Neckar-Zeitung sprach er über diesen bisher größten Erfolg seiner Texterkarriere.
"Den seit über 40 Jahren mit Gold und Platin ausgezeichneten ,Calimeros‘, die bezogen auf ihre Erfolge und ihren musikalischen Stil aus meiner Sicht vergleichbar mit den 2011 aufgelösten ,Flippers‘ sind, habe ich erstmals 2006 Demos angeboten", informiert er.
Nun hat es geklappt: Auf dem Album "Sommer, Sonne, Honolulu" stammt das gemeinsam mit dem niederländischen Komponisten Lei de Bruyn verfasste Lied "Der letzte Ton" von Guido Morsblech. "Dieser Erfolg zeigt mir, dass es sich gelohnt hat, niemals aufzugeben und einfach dran zu bleiben – vor allem, weil Roland Eberhart als Bandleader der ,Calimeros‘ die Titel überwiegend in Eigenregie schreibt und komponiert, macht mich die Zusammenarbeit umso stolzer", freut er sich. Mit den "Calimeros" könnte es zu einer längeren künstlerischen Partnerschaft kommen: "Sie haben für anstehende Produktionen bereits vier weitere Titel von mir reserviert, und ich hoffe, dass es diese Lieder auf weitere Alben schaffen", verrät er.
Neben der tanzbar arrangierten Studioversion von "Der letzte Ton" wurde eine akustisch gehaltene "Unplugged-Version" produziert, was auch zum durchaus ernsten und traurigen Hintergrund des Schlagers passt.
Wie Morsblech schildert, habe er den Text für seine vor geraumer Zeit verstorbene, vielen Hardheimern noch gut bekannte Mutter Erika geschrieben – "zwei Wochen, nachdem sie dieses Leben leider viel zu früh verlassen musste". Deswegen erfülle ihn der Erfolg des Albums und der Single mit umso größerer Dankbarkeit: "Meine Mutter wäre sehr stolz auf mich", erklärt er nachdenklich.
Der sehr persönliche Text verdeutlicht eine Eigenheit des Genres: Gerade der deutsche Schlager erzählt Geschichten aus dem Leben, mit denen sich sein Publikum auf besondere Weise identifizieren kann – viele Schlagerfreunde begründen ihre musikalische Vorliebe damit, sich und ihr Leben in den Texten wieder zu finden.
Aber wie hat ein Schlagertext zu sein, um möglichst vielen Menschen aus der Seele zu sprechen – ist ein "Hit" planbar? Eine Frage, auf die Guido Morsblech eine eigene Antwort findet: "Mir persönlich ist wichtig, dass sich viele Menschen darin wiederfinden können. Ein Text sollte eine kleine Geschichte erzählen, ähnlich wie ein Liebesroman oder ein schöner Film – allerdings muss ich als Songtexter das Ganze so verpacken, dass die komplette Handlung inklusive ‚Happy End’ innerhalb weniger Minuten erzählt ist. Des Weiteren sind Reime ein wichtiger Bestandteil – ich verwende auch sehr gerne Metaphern, um es bildlicher auszuschmücken", erklärt der gebürtige Hardheimer, dessen eigenes Repertoire 2380 Schlagertexte umfasst.
Wie lange er für einen typischen Text benötigt, variiere je nach Arbeitsweise. "Bekomme ich eine gute und mich schnell inspirierende Komposition, habe ich oftmals den Text dafür in ein bis zwei Stunden fertig – zuweilen kommt es aber auch vor, dass ich mehrere Tage an einem Text schreibe und ihn immer wieder verfeinere bis er fertig ist", verrät Morsblech, der bis 2000 im Erftal gelebt hatte und durch die Liebe ins Bayrische gelangte.
Über die Jahre habe er seinen eigenen Stil und auch seine eigene Intention gefunden: "In den meisten meiner Texte geht es um Romantik, Liebe und Träumereien – sozusagen typische Schlagerklischees, hinter denen ich allerdings voll und ganz stehe", betont der 51-Jährige im RNZ-Gespräch. Den Fans schenken solche Lieder "den Glauben an eine vielleicht schönere, liebevollere und bessere Welt", aber auch fröhliche Stunden in Tanzlokalen oder vor der heimischen Stereoanlage.
Speziell der deutsche Schlager gebe seinen Hörern oftmals ein positives Gefühl: "Mich persönlich fasziniert, dass Schlager von Träumen handeln, aber auch von Szenen aus dem realen Leben – so versuche ich auch in meinen Texten, stets Träume und Realität zu verbinden", schildert Morsblech, der bereits für Größen wie die "Grubertaler", die "Münchner Zwietracht" als größte Oktoberfestband und die "Zellberg Buam" tätig gewesen war. Auch eine weitere Zusammenarbeit könnte Früchte tragen: "Für die ,Paldauer‘ durfte ich kürzlich zwei Demos reservieren", freut er sich. So geht es Schlag auf Schlag(er) weiter.
