Adelsheim: Delfintherapie für die am Rett-Syndrom erkrankte Klara kann starten
Adelsheim-Sennfeld. (zij) Überwältigt von der großen Welle der Hilfsbereitschaft sind die Eltern der vierjährigen Klara Bischoff, bei der nach über 200 Tagen Krankenhaus-Aufenthalt, zahlreichen Chemotherapien und Operationen auch noch das sogenannte Rett-Syndrom diagnostiziert wurde. Viele Firmen, Betriebe und Einzelpersonen aus der Region haben gespendet, um Klara eine Reittherapie zu ermöglichen. In den Pfingstferien 2020 steht nun die lang ersehnte Delfintherapie auf Curaçao (Niederländische Antillen) an. Reit- und Delfintherapie sind das einzige, was Menschen mit dieser Krankheit bislang hilft.
Dieser Tage übergab Familie Mathias Walch noch einmal eine Spende in Höhe von 4000 Euro an Familie Bischoff, die ebenfalls in die Finanzierung der Delfintherapie einfließt. Die Spende war das Ergebnis einer Benefizschlagerveranstaltung, die Familie Walch im September im alten Mühlenhof in Sennfeld veranstaltet hat. Rund 200 Schlagerfans waren gekommen, um mit Stargast Alena (bekannt aus „immer wieder sonntags“, ARD) in einer lauen Spätsommernacht zu feiern. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hat Bürgermeister Wolfram Bernhardt übernommen.
Die Familien Walch und Bischoff dankten im Rahmen der Spendenübergabe noch einmal allen Lieferanten und Helfern, die Essen, Getränke und Logistik kostenlos zur Verfügung stellten, sodass der Reinerlös der Veranstaltung komplett in die Finanzierung der Delfintherapie, die rund 20.000 Euro kostet, fließen kann.
Derzeit macht Klara eine Reittherapie, diese fördert durch den Hautkontakt die Fähigkeit, wieder zu spüren. Gleichzeitig fördern die speziellen Bewegungen sowohl Koordination als auch ein Bewusstsein für den eigenen Körper. Im Juni 2020 folgt die lang ersehnte Delfintherapie.
Leider werden weder Reit- noch Delfin-Therapie durch das Gesundheitssystem der Krankenkassen unterstützt. Die Therapie mit Delfinen ist eine weitere Möglichkeit, die Sinne der Patienten zu fördern und sie empfänglicher für die Reize ihres alltäglichen Umfelds macht. Im Rahmen einer Delfintherapie werden positive Veränderungen erreicht. Die Patienten zeigen bedeutende Fortschritte in Fein- und Grobmotorik, Sprache, in der kognitiven Entwicklung, die soziale und funktionale Lebenskompetenzen werden unterstützt. Dies wirkt sich positiv auf die physische Entwicklung aus, verbessert die Kommunikation, schafft mehr Selbstbewusstsein und mehr Entspannung. Eine große Wende zum Besseren im Leben der kleinen Patienten und ihrer Eltern.
Die Eltern von Klara, Tobias und Julia Bischoff, sind überglücklich, dass die Delfintherapie nun stattfinden kann und können es kaum erwarten, nächstes Jahr auf die Karibik-Insel zu fliegen, wo eines der wenigen Therapiezentren weltweit angesiedelt ist. Unterstützung gibt es hier vom Verein Dolphin aid in Düsseldorf. Dolphin aid hat sich zum Ziel gesetzt, so vielen Kindern und Erwachsenen wie möglich eine tiergestützte Intensivtherapie mit Delfinen zu ermöglichen.
