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Декабрь
2019

Heidelberg: Natascha Wodin erhielt den Hilde-Domin-Preis

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Von Arndt Krödel

Heidelberg. Ihr ist, als könne sie das Geklapper der Holzpantinen noch hören, in denen die Zwangsarbeiterinnen zu ihrer täglichen Fron marschierten. Die hölzernen Schuhe, schreibt Natascha Wodin in ihrem Buch „Sie kam aus Mariupol“, waren gefürchtet, sie scheuerten und schmerzten, verursachten manchmal Entzündungen, mit denen man nicht mehr gehfähig war. Es ist nur ein berührendes Detail von vielen, an das die Schriftstellerin in ihrer kurzen Lesung im Heidelberger Rathaus erinnert, und steht für das Elend von unzähligen Zwangsarbeitern in der NS-Zeit. In ihrem 2017 erschienenen Buch geht Wodin den Spuren ihrer ukrainischen Mutter nach, die 1943 mit ihrem Mann als „Ostarbeiterin“ nach Deutschland verschleppt wurde. Für ihr gesamtes Werk wurde sie jetzt mit dem Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2019 der Stadt Heidelberg ausgezeichnet.

Sie hoffe, der Preis trage dazu bei, die Erinnerung an die Millionen slawischen Zwangsarbeiter wach zu halten, von deren Existenz viele im heutigen Deutschland nichts wüssten, sagte die Autorin in ihren Dankesworten. Es waren „Hitlers Arbeitssklaven“, von denen die meisten bis zu ihrem Tod staaten- und rechtlos blieben, darunter auch ihre eigenen Eltern. Die mit 15.000 Euro dotierte und alle drei Jahre vergebene Auszeichnung wurde erstmals 1992 an die Heidelberger Lyrikerin und spätere Ehrenbürgerin Hilde Domin verliehen und nach deren Tod im Jahr 2006 ihr zu Ehren in „Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil“ umbenannt. Preiswürdig sind Autoren, die im Exil in Deutschland leben oder als Nachkommen mit diesem Thema in Berührung kamen, sich literarisch damit auseinandersetzten und in deutscher Sprache publizieren.

In seiner Ansprache ortete Kulturbürgermeister Joachim Gerner die persönliche Lebensgeschichte und das Schreiben von Natascha Wodin in einem „Dazwischen“, was die Spannbreite von Literatur betrifft, die im Exil entstanden ist und sich gleichermaßen mit den Fragen und Themen des Exils auseinandersetzt. In ihren Werken habe sie sich mit den „verheerenden Geschichtsumbrüchen des 20. Jahrhunderts“ befasst. Entwurzelung, Fremdheit und Ortlosigkeit kämen als Themen darin vor, die aufs Engste mit ihrer persönlichen Geschichte verwoben seien. Wodin wurde als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter 1945 im fränkischen Fürth in einem Lager für sogenannte Displaced Persons geboren und wuchs zunächst dort auf, später in einem katholischen Mädchenheim. Anfang der 70er Jahre absolvierte sie eine Ausbildung zur Dolmetscherin und übersetzte bald darauf Literatur aus dem Russischen. Etwa seit 1980 arbeitete sie als freie Schriftstellerin. Heute lebt die mehrfach preisgekrönte Autorin in Berlin und Mecklenburg.

Wie stark die Werke „Sie kam aus Mariupol“ oder „Irgendwo in diesem Dunkel“ von Natascha Wodin einer rastlosen Suchbewegung gleichen, ja sie voraussetzen, hob der Osteuropa-Historiker und Schriftsteller Prof. Karl Schlögel in seiner Laudatio hervor. Stets sei es ihr um die Antwort auf die Frage: Wer waren sie, die Eltern, wer bin ich? gegangen. Dazu bedurfte es des Prozesses der Rekonstruktion, des Findens von Mosaikstein für Mosaikstein und deren Zusammenfügen zu einem Bild – ein Prozess, den Schlögel so „atemberaubend wie das Ergebnis selbst“ bezeichnete.

Die Autorin habe einen gerissenen Zusammenhang wiederverknüpft und die Leidensgeschichte der sowjetischen Zwangsarbeiter in unseren Horizont zurückgeholt. Wodins Bücher, so Schlögel, seien „denkbar genaue Bestandsaufnahmen von gesellschaftlichen Milieus, die die Autorin beobachtet, meist aber auch selbst durchlebt hat“. Sie mute sie Lesern zu, die die Kraft aufbringen, „Lebensgeschichten auszuhalten, in denen es kein Happy-End gibt“.

Der junge Akkordeonist Julius Schepansky sorgte in Kooperation mit dem Heidelberger Frühling für die musikalische Gestaltung der Preisverleihung und setzte vor allem mit dem Schlussstück „De profundis“ der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina für einen unerhörten, brillanten Akzent.






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