Die Numidier, so werden in Mainz die Bewohner eines Phantasieplaneten genannt, tragen Hörner: König Tamasse gekrümmte, verwachsene, seine Mutter Roselane dagegen überdimensional ausladende. Dazu tragen sie prachtvolle Glitzerkostüme. So drückt sich schon in den Kostümen von Madis Nurms aus, von welchem Schlag sie sind: triebhafte, machtbesessene Wesen. Ganz anders dagegen die Punianer, die gekommen sind, um Frieden zu schließen zwischen den verfeindeten Planeten und die Prinzessin Zanaida als Unterpfand und Braut mitgebracht haben, begleitet von Frauen in weißen, züchtigen Schwesterngewändern. Sie sehen bis auf ihr drittes Auge auf der Stirn aus wie humane Wesen. Zu dieser Truppe gehört auch der Schauspieler David Bennent, der das Stück immer wieder unterbricht und Texte von Krieg und Todeserfahrung vor dem Vorhang so spricht, dass sie nahe gehen. Das ist das Arrangement der Oper „Zanaida“ von Johann Christian Bach, ein Stück aus dem Jahr 1763, das vor einigen Jahren wiederentdeckt wurde und am Staatstheater Mainz seine dritte Aufführung überhaupt erlebte.