"Alla Hopp"-Anlagen: Vandalismus auf "Alla Hopp"-Anlagen schmerzt Mäzen Dietmar Hopp
Von Alexander Albrecht
Rhein-Neckar. Ruhestörungen, Sachbeschädigungen und sogar gerichtliche Auseinandersetzungen: Immer wieder geraten die „Alla Hopp“-Anlagen in die Negativschlagzeilen. „Diese Meldungen tun uns und gerade unserem so idealistisch eingestellten Stifter Dietmar Hopp natürlich manchmal auch weh“, gesteht Heike Bauer. Einerseits. Andererseits sagt die Leiterin der Dietmar-Hopp-Stiftung auch: „Die Berichte sind nicht repräsentativ für die Anlagen, die positive Resonanz liegt ein Zigfaches darüber.“ Das mache den sportbegeisterten Vater und Großvater sehr froh.
Und Hopp freue sich auch darüber, dass sich die Besucherströme bei fast allen Standorten weiterhin auf einem so hohen Niveau bewegten, „wie wir dies bei der Konzeption der Anlagen nie erwartet hätten“, so Bauer. Man könne fast davon sprechen, eine echte Marktlücke erwischt zu haben.
Generationen über den Sport miteinander zu verbinden – dieses Ziel hatte Hopp im Sinn, als seine Stiftung für insgesamt 45 Millionen Euro die 19 Begegnungs- und Bewegungsparcours in der Metropolregion errichten ließ. Das Konzept ist laut Bauer aufgegangen. Es gebe „unzählige Rückmeldungen“ gerade von Großeltern, die mit ihren Enkeln regelmäßig die Standorte ansteuerten.
Überhaupt würden die Anlagen von allen Bevölkerungsgruppen gut angenommen. „Als Veranstaltungsort für Kindergeburtstage sind sie in den meisten Städten und Gemeinden heute geradezu ein Renner“, sagt Bauer. Aber es träfen sich dort auch Freundeskreise, Senioren, Jugendgruppen und viele Schüler, „um einfach Spaß an der Bewegung zu haben“. Besonders schön sei es zu sehen, wie in den Freizeitstätten auch die Integration von Menschen verschiedener Kulturen gelinge.
Die 19 auserwählten Städte und Gemeinden bekamen die Anlagen geschenkt, sie sind seit deren Fertigstellung (Mai 2015 bis September 2017) Eigentümer geworden sowie für Infrastruktur und Betrieb der Freizeitstätten zuständig. Die Stiftung ist damit aber nicht „raus“. Man stehe immer wieder in Verbindung mit einzelnen Kommunen, Anfang nächsten Jahres sei ein gemeinsames Treffen geplant, sagt Heike Bauer.
Dabei dürfte es auch um Vandalismus gehen, den die Stiftungsleiterin „eine sehr unschöne Zeiterscheinung“ nennt, „mit der wir in unserer Gesellschaft ja in den letzten Jahrzehnten leider immer wieder konfrontiert werden“. Insofern sei man von den Vorfällen nicht überrascht worden. Da fast alle Spielgeräte vandalismussicher sind, hätten sich die Schäden bislang in Grenzen gehalten.
Bauer geht noch einen Schritt weiter. So seien Geräte speziell für Jugendliche errichtet worden, die ihre Kräfte testen wollen. Dadurch habe man die Zerstörungswut reduzieren können, weil überschüssige Energie und manche Aggression spielerisch abgearbeitet würden. Dort, wo Handlungs- oder Kommunikationsbedarf bestehe, leisten die Kommunen aus Sicht der Stiftung ausgezeichnete Arbeit, die Ordnungsbehörden hätten in Einzelfällen wirkungsvoll auf Zwischenfälle reagiert, zieht Bauer ein zufriedenstellendes Fazit.
