Nichts wird geplant: "Artwork in Porcelain" mit Suku Park in der Galerie Heller
Von Heide Seele
Heidelberg. Hat er einmal angefangen, weiß er nicht unbedingt, wie es weitergeht. Dieses Geständnis des Künstlers steht am Anfang unseres Gesprächs. Er heißt Suku Park und stellt bei Marianne Heller aus. Wieder einmal eine von den kostbaren Begegnungen, bei denen man so viel Neues erfährt und die Chance nutzen kann, mit Menschen aus einem anderen Kulturkreis in Kontakt treten zu können, ohne eine weite Reise unternehmen zu müssen. Allein dies ist zu schätzen - ganz abgesehen von der künstlerischen Bereicherung.
Der 1947 in Seoul in Südkorea geborene Suku Park zählt zu jenen Keramikkünstlern, die mit ihrem Werk auch einen hohen Anspruch verbinden. Er hatte in seinem Geburtsort eine fundierte Ausbildung erhalten, das angesehene Fine Arts College besucht und schloss danach seine Ausbildung an der Staatsschule für Kunst und Design in Stockholm ab. Lange Jahre war er in Skandinavien tätig, bevor er im Jahr 2000 eine Professur an der Sangmyung University in Seoul übernahm. Jetzt lebt und arbeitet Suku - nach Beendigung seiner Lehrtätigkeit - im finnischen Posio am Polarkreis.
Bei Marianne Heller ist er zum zweiten Mal präsent und zeigt in einer Einzelausstellung die neuesten Werke. Seine Vielseitigkeit ist zu bewundern, und auch derjenige, der bislang dem Genre "Keramik" skeptisch gegenüberstand, wird sich jetzt überzeugen lassen von den vielen Möglichkeiten, die dem Begabten offen stehen.
Im Gespräch verriet Suku Park, dass er zum Beginn einer Arbeit nie weiß, wie es weiter geht, denn nichts wird geplant. Da ist die Inspiration unverzichtbar, wenn sich während des Prozesses die Form nach seinem Willen entwickeln soll. Farben kombiniert Suku geschickt, setzt auf gerade Linien und fein differenzierte Valeurs.
Bei seinen 60 Objekten demonstriert er, wie er sich an alles wagt, was mit keramischem Material realisierbar ist. Es ist daher keineswegs übertrieben, wenn man seine Könnerschaft als außergewöhnlich bezeichnet. Dies trifft nicht nur auf die handwerklichen Fähigkeiten zu, sondern auch auf Suku Parks großen Einfallsreichtum zum Beispiel bei den Doppelwandgefäßen.
Porzellan bevorzugt er als Material, und man kann sich nur darüber wundern, wie er es versteht, seine Schalen so hauchdünn zu gestalten oder wie wirkungsvoll ihm kubische und zylindrische Köper gelingen. Jedes Detail ist durchdacht, vieles entwickelt sich erst nach und nach, und differenzierte Farben werden mit Geschick kombiniert.
Suku Park hatte schon öfters bei Heller seine Arbeiten vorgestellt wie zum Beispiel eine Serie von "Cups" (Tassen), Gießkannen und Dosen.
Info: Die Ausstellung "Artwork in Porcelain" mit Suku Park in der Galerie Heller Heidelberg, Friedrich Ebert-Anlage 2, am Stadtgarten läuft bis 7. Juli.
