Neues Gemeindehaus Edingen: Große Küche wird zu teuer
Edingen-Neckarhausen. (nip) Auf dem Weg zum Bauantrag für ein neues Gemeindehaus ist die evangelische Kirchengemeinde Edingen wieder einen Schritt weiter. Denn in öffentlicher Sitzung stellte der Gebäudeausschuss kürzlich die Weichen für die künftige Nutzung des Hauses, das in Nachbarschaft zur Kinderkrippe "Vogelnest" und in unmittelbarer Nähe zur Kirche errichtet wird. Den Bauantrag will Wolfgang Ding, der Vorsitzende des Bauausschusses, noch möglichst vor den Sommerferien auf den Weg bringen.
Im Prinzip blieb der Ausschuss nah dran an der Entwurfsplanung des Heidelberger Büros Kessler De Jonge, das im Herbst den Siegerentwurf von sechs eingereichten Modellen stellte. Wobei Alexander Kessler jetzt seine Planungen in der Debatte ein wenig verteidigte und klarmachte, dass es gerade die Anordnung der Räume war, die die Jury überzeugt hatte. Die Fassade war es nicht, denn über die wird noch zu reden sein. Denkbar seien Klinker oder Putz, wobei die teureren Klinker das Grundmuster von Kirche und Umgebungsbebauung widerspiegelten. Allerdings wird erst die Kostenberechnung zeigen, ob das im Wettbewerbsbudget von 1,5 Millionen Euro noch darstellbar ist.
Besonders entschied der Bauausschuss nun, dass der große, drei Meter hohe Saal, mit rund 140 Quadratmetern das Herzstück des neuen Gebäudes, zwar optisch zum Beispiel durch einen Vorhang, nicht jedoch durch eine Trennwand abgeteilt werden soll. Denn dadurch würden zwei technisch selbstständige Räume entstehen, was zusätzliche Anforderungen an Belüftung und Schallschutz stellen würde. Das müsse nicht sein, so der Tenor.
Einige Diskussionen gab es um die Küche, in den Plänen als "Teeküche" bezeichnet. Gisela Grass sorgte sich um die Ausstattung. Man brauche eine Küche, um Speisen zubereiten zu können. Kessler entgegnete, das werde enorme Auflagen vom Baurechtsamt nach sich ziehen. "Gehen tut alles. Aber Sie müssen überlegen, wie Ihr Budget aussieht", erklärte er. Wolfgang Ding war der Ansicht, dass eine regelrechte Wirtschaftsküche zu teuer werde. Eine zweckmäßige Küche, in der Speisen erwärmt werden könnten, die vor allem aber eine effiziente Spülmaschine enthalte, reiche sicher aus. Das sei auch für die geplanten Vermietungen das A und O. Vermietungen, das bestätigte Grassl, die Vorsitzende der Gemeindeversammlung, seien wichtig, um Einnahmen zu generieren.
Einig war man sich, am geplanten separaten Jugendraum von etwas über 30 Quadratmetern festhalten zu wollen. Derzeit gebe es zwar keine Jugendarbeit, aber wenn man sie wolle, müsse man auch einen eigenen Raum anbieten können, hieß es. Ob die Abstellflächen ausreichen, ist fraglich. Eine 15 Quadratmeter große Lagermöglichkeit ist eingeplant. "Das ist mit Sicherheit zu wenig. Wir bauen aber für Menschen, nicht für Möbel", sagte Ding. Es gebe ja eine große Außenfläche. Vielleicht ließen sich dort noch Kapazitäten schaffen. Offen ist auch noch, ob die 13 nachzuweisenden Stellplätze ausreichen. "Es kann sein, dass Weitere dazukommen", sagte Kessler.
Das neue Gemeindehaus, ein zweckmäßiger Neubau mit einer Nutzfläche von 336 Quadratmetern, eine von der Landeskirche zugebilligte Größe, soll 2021/22 stehen. Im Anschluss daran sind die Sanierung der Kirche und des Glockenstuhls geplant.
