Regen zwingt in unfreiwillige Verlängerung
Man kann sich gut vorstellen, dass es nicht lustig war, im doch recht kleinen Clubhaus die Zeit tot schlagen zu müssen. Unverständlich allerdings ist, wenn dann Kritik laut wird an der Turnierleitung, als ob die etwas für das lokale Wetter können würde. Dabei wurde im Vorfeld sogar auf besondere Terminwünsche der rund 200 Teilnehmer wie Konfirmation oder am ersten Wochenende noch den ein oder anderen Verbandsspieleinsatz der Jugendlichen bei den Aktiven Rücksicht genommen. „Die Calwer Turnierleitung um Martina Fischer hat einen sehr guten Job gemacht; auch am stressigen Samstag mit vielen Anrufen und wartenden Eltern waren sie stets auskunftsfreudig und kooperativ“, befand Bezirksjugendwartin Nicole Münster. Sie selbst war am Montag nochmals als Fahrdienst im Einsatz, um Sohn Moritz Münster (TA SV Böblingen) zum vertagten U13-Finale gegen Aaron Funk (TSC Renningen) zu bringen, in dem Münster sich dann für die Finalniederlage aus dem Vorjahr mit 7:5, 6:4 revanchierte.
Von all dem Stress nichts mitbekommen hatte U11-Sieger Silas Lülf (TA SC Neubulach), sein Finale gegen Joel Guelfi (TSC Renningen) fand bereits am ersten Spielwochenende statt. Dass am offiziell letzten Bezirksmeisterschaftstag dann der durch den verregneten Samstag ohnehin schon aufgestaute Zeitplan weiter strapaziert wurde, dafür sorgte vereinzelt die ein oder andere spannende Entscheidung. Zum Beispiel jene zwischen Eddie Schmidt (TC Herrenberg) und Henri Rösch (TC Doggenburg) im Halbfinale der U16. 6:2, 5:2 führte Schmidt da bereits, wiederholt hatte er Matchbälle, nur verwandeln tat er keinen. Der Satz ging verloren, Schmidts Unmut wuchs, und doch schien der DTB-Kaderspieler im Match-Tiebreak durch eine 5:1-Führung wieder in der Spur zu sein. Doch denkste: Rösch steckte nicht auf, machte sechs Punkte in Serie und knickte trotz eines Doppelfehlers und einem Ass von Schmidt nicht ein und gewann den Match-Tiebreak mit 10:7.
Auch das zweite Halbfinale der U16 hatte es in sich. Finn Wolf (TA SV Böblingen) machte da gegen Amar Tahirovic (TSC Renningen) viel Druck, tat sich im zweiten Durchgang jedoch immer schwerer. Beim Satzverlust drosch Wolf aus Wut einen Ball weit in die Calwer Prärie, wofür es hernach eine gestische und verbale („Pitsch-Patsch“) Luft-Watschn von der Turnierleitung gab. Im Match-Tiebreak erwischte Tahirovic den besseren Start, doch dann schob Wolf einen Lauf und gewann acht „unmenschlich“ gute Punkte in Serie zum Matchgewinn. In dieser Form hatte anschließend auch Henri Rösch beim 2:6, 0:6 keine Chance.
Betroffen von einer verspäteten Spielansetzung waren am Sonntag die Viertelfinalspiele der Junioren U18. Kim Niethammer (TA SV Böblingen) zog als Topgesetzter gegen Lukas Schuster (TEC Waldau) seinen Kopf gerade noch so aus der Schlinge und mit 6:2, 2:6, 10:8 ins Halbfinale ein, das er nach anderthalbstündiger Pause 6:3, 6:1 gegen Linus Fleck (TC Doggenburg) gewann. Das unter der Woche nachgezogene Finale gegen Noah Serve (TC Doggenburg) gewann Niethammer mit 6:2, 6:0.
In weiteren Nachzügler-Endspielen gewannen bei den Juniorinnen U16 Lavinia Morreale (TA VfL Sindelfingen) gegen Jana Wittmann (TEC Waldau) mit 6:3, 6:1 und bei den Junioren U12 Kent Müller (TEC Waldau) gegen David Deumer (TC Galileo Stuttgart) mit 6:2, 6:0.
In der noch am Sonntag fertiggespielten Konkurrenz der Juniorinnen U18 setzte sich in einem reinen Sindelfinger Finale Natalie Drobny gegen Isabel Löprich durch. Weitere Siegerpokale, Urkunden und Sachpreise übergab die selber Tennis spielende und mit Begeisterung das hohe Niveau der Jugendlichen verfolgende Katja Denu von der Herrenberger WGV-Geschäftsstelle an Constantin Barth (TC Weissenhof, U14), Pauline Glöckler (TA SV Böblingen, U14), Victoria Pohle (TC Weiss-Rot Stuttgart, U13), Leni Prankl (TC Degerloch, U12) und Ilma Bascelic (Cannstatter TC, U11).
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