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Декабрь
2018

Bad Rappenau: Doch keine gymnasiale Oberstufe an der Verbundschule

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Von Armin Guzy

Bad Rappenau. Es hatte sich bereits abgezeichnet, nun aber ist es offiziell: Der Antrag der Stadt Bad Rappenau auf Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der Verbundschule ist gescheitert. Das Kultusministerium konnte "im rechtlichen Sinne kein öffentliches Bedürfnis für die Einrichtung einer Oberstufe" ermitteln und hat den Antrag der Stadt abgelehnt. Schon in der zurückliegenden Gemeinderatssitzung hatte Oberbürgermeister Sebastian Frei berichtet, dass das Regierungspräsidium Stuttgart den Antrag nicht befürworten werde.

"Wir haben uns dem ablehnenden Votum des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart angeschlossen, da die für die Einrichtung der Oberstufe erforderliche Schülerzahl in unserer Prognose ebenfalls deutlich unterschritten wurde", äußerte sich Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann auf RNZ-Anfrage. Das Schulgesetz sieht eine Mindestschülerzahl von 60 Schülern vor, aber nur knapp über 40 Schüler waren in einer Prognose ermittelt worden. Dabei seien feste Kriterien zugrundegelegt worden, erläuterte ein Sprecher des Ministeriums, anhand derer die zu erwartenden Übergänger ans Gymnasium ermittelt wurden. Grundlage war die Zahl der Gemeinschaftsschüler und Realschüler in Bad Rappenau und zudem Zahlen aus umliegenden Schulen. Dass sowohl Bad Wimpfen als auch Neckarbischofsheim je ein Gymnasium hat, Sinsheim sogar vier (davon drei berufliche), und alle Standorte von Bad Rappenau aus gut erreichbar sind, hat die Chancen der Kurstadt auf eine gymnasiale Oberstufe dabei offenkundig wohl nicht verbessert.

In den zurückliegenden Tagen hatte sich das Thema, trotz der vergleichsweise geringen Zahl von 41 betroffenen Schülern, immer mehr zum Politikum entwickelt - wohl nicht zuletzt wegen der im Mai anstehenden Kommunalwahlen. Der SPD-Stadtverband Bad Rappenau sprach bereits nach der Ablehnung durch das Regierungspräsidium von einer "nicht nachvollziehbaren Entscheidung", die zwar, basierend auf den Prognosen, sachlich richtig sei, jedoch den besonderen Vorzeige-Charakter und den Modellstatus der Rappenauer Verbundschule außer acht lasse. Außerdem sei Eltern und Schülern die gymnasiale Oberstufe früh in Aussicht gestellt worden, und durch den Realschulzweig sei eine höhere Übergangsquote zu erwarten. Der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Hinderer hatte sich für eine Genehmigung starkgemacht und dem Kultusministerium eine ideologisch motivierte Verzögerungstaktik vorgeworfen.

Die Antwort des CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Bernhard Lasotta kam probt: Diese Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage und seien "absurd", erklärte Lasotta. "Es wäre auch nicht zielführend, an jeder Gemeinschaftsschule eine gymnasiale Oberstufe anzubieten." Die festgelegten Mindestzahlen orientierten sich auch an praktischen Überlegungen. "Wenn die Schülerzahl zu klein ist, kann kein vernünftiges Kursangebot in der Oberstufe erreicht werden", verteidigte Lassotta die Ablehnung. Außerdem existiere zwischen Bad Rappenau und Bad Wimpfen eine klare Aufteilung, die gymnasialen Angebote in Bad Wimpfen und die Realschulangebote in Bad Rappenau anzubieten. Lasotta: "Dies hat sich bewährt."

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Susanne Bay hatte bereits die Entscheidung des RP bedauert. "Bei Antragstellung Anfang dieses Jahres war Bad Rappenau optimistisch, die Soll-Zahl zu erreichen, und habe wohl auch mit Zuspruch der umliegenden Schulstandorte gerechnet - allerdings vergeblich", äußerte sich Bay und ließ dabei den immer deutlicher werdenden Kampf der Gymnasien um Schüler anklingen.

Die Grünen im Landtag wollten nun zunächst die tatsächliche Übergangsquote von der Realschule aufs Gymnasium beobachten. "Sollte sich erweisen, dass mehr als die bislang hinterlegten 15 Prozent der Zehntklässler aus dem Realschulzweig der Verbundschule in die gymnasiale Oberstufe wechseln, müsse gegebenenfalls die Handreichungen für die Übergangsprognosen angepasst werden", so Bay. Wenn dies gelänge, bestünde in den nächsten Jahren doch noch Hoffnung, dass Bad Rappenau einen Gymnasial-Abschluss anbieten könne.






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