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Ноябрь
2018

Soziologin im RNZ-Interview: "Die Arbeit von Frauen wird geringer wertgeschätzt"

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Von Barbara Klauß

Heidelberg. Frauen verdienen wesentlich weniger als Männer. Zuletzt lag die Lohnlücke über alle Branchen und Berufe hinweg laut Statistischem Bundesamt bei 21 Prozent. Um dem etwas entgegenzusetzen, gilt seit Anfang des Jahres das sogenannte Entgelttransparenzgesetz: Frauen - aber auch Männer-, die in Firmen mit mehr als 200 Mitarbeitern beschäftigt sind, haben ein Recht darauf zu erfahren, was Kollegen in vergleichbarer Position verdienen. Die Soziologin Karin Tondorf, die an der Freien Universität Berlin zur Modernisierung von Entgeltsystemen und Gleichstellungspolitik forscht, sieht jedoch viele Hürden und fordert im RNZ-Interview mehr Transparenz.

Frau Tondorf, woran liegt es, dass Frauen häufig schlechter bezahlt werden als Männer?

Das liegt hauptsächlich daran, dass die Arbeit von Frauen geringer wertgeschätzt wird als die von Männern. Es gibt bestimmte Tätigkeiten, die als typisch weiblich gelten: zum Beispiel Tätigkeiten im Verkauf, als Assistenz im Büro oder auch in Pflege, Erziehung und Bildung. Das hat damit zu tun, dass all diese Tätigkeiten historisch gesehen Frauenarbeiten waren. Die Fähigkeiten dafür, so der Gedanke, haben die Frauen quasi von Natur aus mitgebracht. Folglich werden die Qualifikationen, die man dazu braucht, vielfach auch nicht als fachliche Qualifikationen anerkannt. Das ist der Ursprung der geringen Bewertung von Arbeit - und das schlägt sich bis heute nieder, auch in den Tarifverträgen.

Inwiefern?

Wenn Sie zum Beispiel eine Bäckereifachverkäuferin mit einem Bäcker vergleichen: Beide haben drei Jahre gelernt. Trotzdem erhält die Bäckereifachverkäuferin im Durchschnitt bis zu 600 Euro weniger Grundentgelt als der Bäckergeselle. Bestimmte Anforderungen der Berufe werden bei Frauen überhaupt nicht gewertet und damit auch nicht vergütet. Zum Beispiel im Gesundheitswesen: Das Tragen und Heben von Patienten ist eine körperlich schwere Arbeit. Aber diese körperliche Schwere wird traditionell nur in gewerblichen Männerberufen gewertet.

Zeigt das Entgelttransparenzgesetz denn eine Wirkung?

Es bringt sehr, sehr wenig. Auch, weil es letztlich wieder die Frauen sind, die aktiv werden müssen. Außerdem sind bestimmte Dinge ausgeklammert. Zum Beispiel müssen Tarifverträge nicht überprüft werden. Eine weitere Hürde: Eine Frau kann von ihrem Arbeitgeber zwar Auskunft darüber verlangen, was für einen vergleichbaren Job verdient wird. Dann müssen aber mindestens sechs Männer diese vergleichbare Tätigkeit in der Firma ausüben. Sonst bekommt sie aus Datenschutzgründen keine Auskunft. Bei diesem Gesetz stoßen Frauen oft an Grenzen.

Ist der Gedanke des Gesetzes an sich denn richtig?

Ein Auskunftsrecht ist auf jeden Fall gut - aber bitte umfassend und ohne derartige Hürden. Außerdem müssen auch Tarifentgelte auf den Prüfstand gestellt werden.

Was ist denn das Problem mit den Tarifentgelten? Häufig führen Unternehmen an, es gebe keine ungleiche Bezahlung, weil ja nach Tarif bezahlt werde …

Das Gesetz geht davon aus, dass Tarifverträge nicht diskriminieren. Dem ist aber nicht so. Etwa 90 Prozent der Tarifverträge haben Bewertungen, die aufgrund des Geschlechts diskriminieren. Zum Beispiel in der Nährmittelbranche werden viele Tätigkeiten, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, unterbewertet und unterbezahlt. Selbst im öffentlichen Dienst der Länder ist die Bewertung von Tätigkeiten uneinheitlich. Dies hat unsere Analyse gezeigt. Ob Unterschiede in den Entgeltgruppen gerechtfertigt sind, kann man nur prüfen wenn man guckt: Haben die Frauen eine gleich lange Ausbildung wie die Männer? Ist die Arbeit ähnlich anspruchsvoll oder ähnlich körperlich belastend? Da sind die Tarifverträge sehr ungenau.

Was müsste passieren, damit sich an der ungleichen Bezahlung von Männern und Frauen tatsächlich etwas ändert?

Volle Transparenz ist das A und O. Arbeitgeber müssten auf Nachfrage von Frauen oder auch Betriebsräten wirklich alles offen legen. Und wenn eine Ungleichbezahlung festgestellt wird, sollte nicht die Frau klagen müssen. Stattdessen muss es die Möglichkeit geben, dass eine Organisation stellvertretend für die einzelne Frau vor Gericht gehen kann. Denn welche einzelne Frau klagt schon gegen ihren Arbeitgeber? Davor scheuen viele zurück. Bei diesem Thema kommt es in Deutschland selten zur Klage. Es gibt keine hinreichende Transparenz und Unterstützung. Die Frauen haben es schwer, das selbst in Angriff zu nehmen.

Offensichtlich gibt es auch bei den Firmen wenige Anfragen aufgrund des Entgelttransparentgesetzes.

Das ist richtig. Für die Frauen klingt das nach Konflikten und Arbeit. Dabei müssten statt der Frauen eigentlich diejenigen, die für die Bezahlung verantwortlich sind, aktiv werden. Denn wer sind die Verursacher von Diskriminierung? Das sind die, die für die Entgeltpolitik zuständig sind: die einzelnen Arbeitgeber oder die Tarifvertragsparteien.






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