Wiesloch: Zwei Patienten aus PZN geflohen (Update)
Wiesloch. (pol/van/rö) Am frühen Freitagmorgen sind zwei Patienten aus der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie am Psychiatrischen Zentrum Nordbaden (PZN) geflohen. Das berichtet die Polizei.
Die beiden Männer im Alter von 31 und 23 Jahren sollen aus einer geschlossenen Rehabilitationsstation, die sich außerhalb des Sicherheitsbereichs befindet, entkommen sein. Hier seien laut der stellvertretenden Chefärztin Andrea Haarnagel Haustür und Fenster immer verschlossen. Die Männer hätten es trotzdem geschafft, „ein Fenster aufzuhebeln“ und sich „durch einen circa 30 Zentimeter großen Spalt hindurchzuzwängen“, sagte die Ärztin der RNZ. Die Flucht wurde in den frühen Morgenstunden bemerkt. Von den Flüchtigen fehle bisher jede Spur. Die Kriminalpolizei Heidelberg fahndet derzeit intensiv nach den beiden Männern.
"Die Patienten waren wegen Eigentumsdelinquenz bzw. wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr im PZN aufgenommen worden. Die Delikte wurden im Rahmen einer seelischen Erkrankung begangen. Beide gelten als vermindert schuldfähig bzw. schuldunfähig", teilt die Polizei mit. Nach Aussagen des PZN Wiesloch hatte sich die Erkrankung der Patienten offenbar durch die Behandlung gebessert. Beide befanden sich auf einer Rehabilitationsstation und verfügten über Lockerungen im Ausgang.
Diese Lockerungen in angemessener Weise zu gewähren, gehöre zum „gesellschaftlichen Auftrag“ an die Klinik, die Patienten zu rehabilitieren. „Zur Ursache für die Flucht werden wir mehr wissen, wenn sie wieder da sind“, sagte Andrea Haarnagel und verwies ansonsten auf die ärztliche Schweigepflicht.
Nach der Beurteilung der behandelnden Ärzte geht von den Patienten keine akute Gefährdung aus.
Der 23-Jährige ist 1,65 Meter groß, hat einen hellen Kurzhaarschnitt, eine hohe Stirn und ist glatt rasiert. Der 31-Jährige ist 1,82 Meter groß, hat einen schwarzen Kurzhaarschnitt, einen sehr kurz gestutzten, leicht graumelierten Vollbart und hat kräftige schwarze Augenbrauen. Beide sind von schmaler Statur und wirken jünger.
Die Polizei hatte zunächst Gelände und Umgebung des PZN ergebnislos abgesucht, anschließend übernahm die Kriminalpolizei die weitere Fahndung. Dazu gehört die Befragung von Familien und Freunden, um mögliche Hinwendungsorte der Flüchtigen in Erfahrung zu bringen. Hubschrauber und Fährtensuchhund kamen erst einmal nicht zum Einsatz, die wollte man laut Polizeisprecher Dennis Häfner „in der Hinterhand“ behalten.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizeidirektion Heidelberg unter 0621/1744444 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.
Update: 23. November 2018, 14.22 Uhr
