Edingen-Neckarhausen: Gemeinde will barrierefreien Zugang zum Neckarweg bauen
Edingen-Neckarhausen. (man) Wie kann man den Neckarweg in Edingen für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit einer Gehbehinderung zugänglich machen? Mit dieser Frage befasste sich der Gemeinderat am Mittwoch. Dabei lehnten die Räte die Vorschläge eines Planers ab, den die Gemeinde beauftragt hatte. Harald Alexander Wolf vom Ingenieurbüro Kuhn aus Neu-Edingen nahm selbst an der Sitzung im Bürgersaal teil. Die Gemeinde hatte ihm vor 1,5 Jahren den Auftrag erteilt, barrierefreie Lösungen für den Abgang zum Krottenneckar und die Alte Neckargasse zu erarbeiten. Das Fazit des Planers: "Ohne massive Bauwerke ist dieses Ziel nicht zu erreichen."
Für den Abgang zum Krottenneckar schlug er vor, eine mehr als 100 Meter lange Rampe aus Beton zu bauen. Diese würde vom Parkplatz entlang der Böschung unterhalb des Anglervereins zum Neckarweg führen. Eine Rampe gelte aber nur dann als barrierefrei, wenn sie eine Neigung von höchstens sechs Prozent habe. Kostenpunkt: 537.000 Euro. Hinzu kämen weitere 18.000 Euro für die Einrichtung der Baustelle. Technisch wäre auch eine Rampe mit einer stärkeren Neigung möglich, sagte Wolf. "Die wäre dann allerdings nicht barrierefrei."
Für die Alte Neckargasse hatte er einen ganz anderen Vorschlag mitgebracht: Weil die Steigung der Gasse bereits zehn Prozent betrage, könne man dort gar keine barrierefreie Rampe bauen. "Dafür ist der Weg zu kurz", so Wolf. Was aber technisch möglich wäre, sei ein Aufzug. Dafür müsste man die Alte Neckargasse ab der Hälfte aufschütten und an der Einmündung zum Neckarweg einen Aufzug in den Damm hineinbauen. Mit Kosten in Höhe von 373.000 Euro wäre diese Stahlkonstruktion deutlich günstiger als eine Rampe aus Beton.
Für die Gemeinderäte stand trotzdem fest: Beide Varianten sind zu teuer. Sie äußerten über alle Fraktionen hinweg den Wunsch nach einer Lösung, die weniger Geld kostet. Das Gremium beauftragte Wolf, nach einer solchen Variante zu suchen, zum Beispiel einer Rampe mit einer stärkeren Neigung. Der Zugang zum Neckarweg wäre dann zwar nicht mehr barrierefrei, aber wohl leichter zu bewältigen für Rollstuhlfahrer mit Hilfspersonen oder Menschen mit Kinderwagen.
