Typisierung für Eppelheimer Patienten: Fußballfans wurden zu Lebensrettern
Von Werner Popanda
Sandhausen. Es war nicht nur ein Erfolg des Fußballzweitligisten SV Sandhausen beim Spiel gegen den FC Ingolstadt 04 am Freitagabend. Es gab auch es einen Gewinner auf jeden Fall - nämlich den Verein "Blut" oder besser: jene Mitmenschen, für die sich dieser im Jahr 1996 aus der Taufe gehobene Verein einsetzt.
Um welche Mitmenschen es sich handelt, ist dem Vereinszusatz zu entnehmen: "Bürger für Leukämie- und Tumorerkrankte". In der Tat ist der Verein "Blut", so dessen Geschäftsführerin Susanne Bogner, auf der Suche nach Stammzellenspendern. Denn nur, wenn diese gefunden würden, erhielten Blutkrebspatienten eine Chance auf Heilung.
Bis zum heutigen Tage habe man über 100.000 Stammzellenspender gewinnen und auf dieser Basis mehr als 720 Transplantationen ermöglichen können. In der Region besonders im Gespräch war und ist der Fall des 54-jährigen Patienten Robert Karch aus Eppelheim, für den "Blut e.V." bereits eine mit 475 Teilnehmern sehr erfolgreiche Typisierungsaktion durchgeführt hat.
Doch wie kam die Verbindung zum SV Sandhausen zustande? Hierzu berichtet Susanne Bogner, dass dieser Verein sich in Sachen Typisierungsaktion "schon länger engagieren wollte und auch schon ein, zwei Anläufe" getätigt habe. Jetzt habe der SVS den Impuls von der Eppelheimer Aktion einfach aufgenommen, sich mit dem Verein "Blut" in Verbindung gesetzt und vorgeschlagen, dass eine solche Typisierungsaktion doch auch vor einem Heimspiel stattfinden könnte. Also dann, wenn sich im Sandhäuser Süden zwischen dem Sonnenweg und der Hauptstraße deutlich mehr Leute tummeln als zu sonstigen Zeiten.
Konkret angesprochen werden sollten diese durch eine groß angelegte und unter dem Motto "Dein Typ ist gefragt!" stehende Werbeaktion, für die Susanne Bogner den SVS gar nicht genug loben kann. Denn selbst wenn sich irgendwann zum Jahresende hin herausstellen sollte, dass für Robert Karch kein Stammzellenspender gefunden werden konnte, könnten andere Patienten von der Sandhäuser Typisierungsaktion profitieren.
Nimmt man die bereits erwähnten Zahlen von gut 100.000 Stammzellenspendern und über 720 Transplantationen zum Maß der Dinge, dann weiß man überdies, weshalb Susanne Bogner von der "Suche nach der Nadel im Heuhaufen" spricht. Und diese Suche geht immer weiter.
