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Октябрь
2018

Heidelberg: Der nächste "gute Deutsche" von China

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Von Anica Edinger

Heidelberg. Thomas Rabe redet schnell. Als hätte er sich die Sätze zurechtgelegt. Wie es für ihn war, vom chinesischen Vize-Ministerpräsidenten eine der höchsten Auszeichnungen des Staates verliehen zu bekommen? "Das ist eine hohe Ehre und Anerkennung", sagt der 67-Jährige. Und ganz persönlich? "Es hat mir gezeigt, dass meine Arbeit wichtig ist."

Nichts ist unüberlegt bei dem ehemaligen Oberarzt der Heidelberger Universitäts-Frauenklinik. Bei dem Mann, dessen Großvater John Rabe im Jahr 1937.250.000 Chinesen das Leben rettete, als die Japaner beim Massaker von Nanking im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg wüteten. Vielleicht macht das den Erfolg von Thomas Rabe aus. Diese Beharrlichkeit. Dieses Perfekte. Vielleicht lieben die Chinesen ihn genau dafür.

Erst kürzlich kam Thomas Rabe aus Peking zurück in sein Haus in der Ludolf-Krehl-Straße oberhalb der Stadt. Am 1. Oktober bekam er in der chinesischen Riesen-Hauptstadt den "Chinese Friendship Award" - eine Auszeichnung, die erst kürzlich auch der russische Präsident Wladimir Putin vom chinesischen Staatspräsident Xi Jinping verliehen bekommen hat.

Den traf Thomas Rabe bei der großen Gala mit 2000 Gästen in der Großen Halle des Volkes in China dieses Mal zwar nicht persönlich. Doch die Abendgala hielt einen anderen Höhepunkt für die Rabes bereit. Denn die Ansprache hielt Ministerpräsident Li Keqiang. "Und dabei dankte er vor all den Gästen meiner Familie", erzählt Thomas Rabe beim Gespräch mit der RNZ - natürlich nicht ohne Stolz. Doch dieses Mal ging es ganz um Thomas Rabe, um seine Verdienste für die Volksrepublik China.

Dort hat er nicht nur die chinesisch-deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe mitgründet. Er arbeitet zudem seit über zehn Jahren immer wieder als Gastprofessor für moderne chinesische Geschichte an der Beijing Union University, setzt sich überhaupt für die Aufarbeitung der chinesischen Geschichte ein - und unterstützt natürlich das John Rabe Haus in Nanking.

Selbst hat er seinen Großvater zwar nie kennengelernt. "Er starb 1950, ein Jahr später wurde ich geboren", erklärt er. Doch es ist ihm Anliegen, wie sein Großvater Gutes zu tun, sein Werk fortzusetzen, quasi der zweite "Gute Deutsche" zu werden, wie John Rabe in China genannt wird. Dabei war es Thomas Rabes Vater, der dem Sohn eines Tages die Tagebücher des Großvaters überreichte. Zehn dicke Bücher waren das.

Sie alle hat Thomas Rabe mit Begeisterung gelesen. Die Bücher befinden sich mittlerweile im chinesischen Staatsarchiv, Rabe war der Meinung, das ist der Ort, wo die Bücher hingehören. Auch das dankt ihm die Regierung mit dem "Friendship Award".

Zu Ehren seines Großvaters gründete Thomas Rabe 2005 das John-Rabe-Kommunikationszentrum in Heidelberg, direkt neben seinem eigenen Haus in der Ludolf-Krehl-Straße. Derzeit leben dort etwa Studenten aus Pakistan oder Indien - "es soll ein kleiner Beitrag zur Völkerverständigung sein", sagt Rabe. Auch Delegationen aus China und Japan empfängt er in seinem Zentrum in Neuenheim regelmäßig. Dort befindet sich auch ein kleines Museum, wo sich Bücher und Berge von Geschenken, die Thomas Rabe von seinen vielen Reisen nach Asien mitgebracht hat, türmen.

Und dort wird auch offenbar, dass eben doch nicht alles ganz so perfekt ist. Dass auch im Hause Rabe ein bisschen Chaos durchaus erlaubt ist. Dass die Familie eine tiefe Verbundenheit mit Asien prägt, zeigt sich dabei überall in dem Anwesen. Mächtige, asiatisch verzierte Türen haben die Rabes dort einbauen lassen - "die sind aus Indonesien", erklärt Thomas Rabe dann.

Mehrfach im Jahr zieht es ihn samt Familie nach Asien, neben China besuchte er auch Japan, er fuhr mit dem Motorrad durch Vietnam, machte Expeditionen im Dschungel Borneos und speiste mit Einheimischen in balinesischen Bergdörfern. Er liebt Asien - "ich habe noch nirgends anders erlebt, dass die Leute so freundlich sind". Alles habe eine Bedeutung, auch spirituell sei das unheimlich bereichernd. Auch den Buddhismus schätzt Rabe.

Obwohl er Christ durch und durch ist. Religion spielt eine große Rolle in seinem Leben. "Das erste, was meine Frau lernte, als sie von Rumänien nach Deutschland kam, war das Vater Unser", lacht er. Ob man der evangelischen oder katholischen Konfession angehöre, spiele dabei keine Rolle. "Entscheidend ist, dass man bereit ist, für andere Menschen etwas zu tun." Denn: "Wer Güte ausstrahlt, wird auch Güte ernten", ist Rabe sicher.

Der Gynäkologe lebt dieses Prinzip unter anderem mit seinen Kommunikationszentren. Mittlerweile sechs davon gibt es derzeit: Neben Heidelberg und Peking eröffnete Rabe weitere auf der kanarischen Insel Teneriffa, im ehemaligen Wohnhaus John Rabes in Nanking sowie in den rumänischen Städten in Carasau und Timisoara. In Letzterer lernte Thomas Rabe vor gut 15 Jahren seine Frau Elisabeta, eine renommierte Kinderpsychotherapeutin, kennen - beim Gutes tun. Schließlich verteilte er in Timisoara 400 Umzugskartons voller Spielsachen und Kleidung an rumänische Waisenkinder. Rabe organisierte die Aktion gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz und dem Kreißsaal-Team der Frauenklinik. "Entwicklungshilfe" nennt der 67-Jährige das. Als Nächstenliebe könnte man es auch bezeichnen.

Und wenn Thomas Rabe zwischen all dem noch Zeit findet - und das tut er - schreibt er Bücher. "Ich habe mein erstes Buch geschrieben, da war ich noch nicht einmal Facharzt", so der Gynäkologe. Mehr und mehr entdeckte er mit der Zeit seine Begeisterung fürs Schreiben. In Arbeit ist aktuell ein Buch zu giftigen Lebensmitteln. "Tod im Kochtopf" soll es heißen - und Tim Mälzer soll es mit herausgeben. Geantwortet hat er auf Rabes Anschreiben zwar noch nicht, doch er gibt die Hoffnung nicht auf.

Denn Thomas Rabe ist irgendwie auch ein Träumer. Und so setzt er sich seit Jahren auch für die Aussöhnung Chinas und Japans ein - seine große Friedensidee ist eine Städtepartnerschaft zwischen Nanking und Hiroshima. Tatsächlich wurde aus Rabes Träumen schon oft genug Realität. Thomas Rabe arbeitet jedenfalls hart daran. Und er wird es weiter tun.






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