Dossenheimer Bürgermeisterwahl: Vom Polizeirevier ins Rathaus
Dossenheim. (aham) Mehr als drei Monate vor der Bürgermeisterwahl und über einen Monat vor der am 1. Dezember beginnenden Bewerbungsfrist wagt sich der erste Kandidat aus der Deckung: David Faulhaber möchte Hans Lorenz beerben. Der 64-jährige Amtsinhaber hatte schon vor Monaten bekannt gegeben, dass er nach 24 Jahren an der Spitze des Dossenheimer Rathauses bei der Wahl am 3. Februar nicht erneut kandidieren wird. Und eben diese Ankündigung hat Faulhaber inspiriert.
Seither denke er über eine Kandidatur nach, sagt der 41-Jährige aus Brühl auf RNZ-Nachfrage. Vor ein paar Tagen machte er Nägel mit Köpfen und kontaktierte die Fraktionen des Gemeinderats. Am Montag, 22. Oktober, stellt er sich um 19 Uhr der CDU-Mitgliederversammlung im Rathaussaal vor. Faulhaber selbst ist seit Mitte des Jahres CDU-Mitglied, betont aber: "Ich möchte als überparteilicher Kandidat wahrgenommen werden."
In der Region ist Faulhaber als die Stimme der Polizei bekannt: Er leitet seit 2016 die Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums Mannheim. "Damit bin ich verantwortlich für ein Gebiet mit einer Million Menschen: Im Rhein-Neckar-Kreis, Heidelberg und Mannheim ist immer etwas los", sagt der Polizeirat über seine aktuelle Arbeit. In eben dieser sieht er auch seine Qualifikation für den Chefposten des Dossenheimer Rathauses. Er habe Führungserfahrung und trete gerne mit Menschen in Kontakt. "Öffentliche Verwaltung endet nicht im Rathaus", so Faulhaber.
In den Polizeidienst war er 1996 eingetreten. Dabei war er in Mannheim im Streifendienst, hatte im Laufe seiner Karriere auch Stationen im Regierungspräsidium und im Innenministerium und absolvierte letztlich den Masterstudiengang Öffentliche Verwaltung/Polizeimanagement. Faulhaber: "Ich habe viele Behörden von innen gesehen, das wird mir als Bürgermeister von Nutzen sein."
Der 41-Jährige stammt aus Brühl, sein Vater war dort Ordnungsamtsleiter und ist inzwischen im Gemeinderat. David Faulhaber wohnt in seiner Heimatgemeinde mit seiner Ehefrau und seinen drei Kindern, die zwischen sieben und 14 Jahre alt sind. Ein Umzug kommt für ihn nicht in Frage: "Das ist nicht notwendig, um die Aufgaben eines Bürgermeisters gut durchzuführen - ich werde auch so präsent sein."
Am Amt des Bürgermeisters reizt ihn "das Zusammenspiel von Verwaltung, Gemeinderat und Vereinen". "Man hat die Möglichkeit, viele Dinge positiv zu beeinflussen und auf den Weg zu bringen", sagt Faulhaber. Dossenheim sei zwar schon "auf hohem Niveau entwickelt", doch es gebe noch viele Themen, die er weiter vorantreiben möchte.
Konkret denkt er an Digitalisierung, Kinderbetreuung, Mobilität im Alter, das "Radwegenetz auszubauen und die Verkehrswende einzuleiten" und Integration. Bürgerbeteiligung sei ihm wichtig: "Die Zeiten, in denen Entscheidungen im stillen Kämmerlein getroffen werden, sind Gott sei Dank vorbei." Dafür wolle er den Bürgern die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen.
