Heidelberg: Stadt verklagt Chemiefirma
Heidelberg. (tt) Weil das Trinkwasser in Heidelberg mit Trifluoracetat (TFA) belastet war und die Stadtwerke deshalb Wasser aus Schwetzingen einkaufen müssen, verklagt die Stadt nun das Chemieunternehmen Solvay. Das hat der Gemeinderat im Juli beschlossen, am Donnerstag machte Oberbürgermeister Eckart Würzner den Beschluss öffentlich.
Die Firma in Bad Wimpfen leitet das Salz - ein Abbauprodukt aus der Pflanzenschutz- und Arzneimittelproduktion - mit staatlicher Genehmigung seit mindestens 20 Jahren in den Neckar ein. "Nach Überzeugung der Stadt wurde durch die Einleitung des Stoffes die Wasserbeschaffenheit nachteilig verändert", erklärte ein Stadtsprecher.
Die Mehrkosten, die durch den Zukauf von Trinkwasser aus Schwetzingen entstanden sind - im Raum stehen 450.000 Euro -, will die Stadt nun vor Gericht als Schadensersatz geltend machen.
Aktuell arbeiten die Stadt und ein Rechtsanwaltsbüro an der genauen Ermittlung der Schadenshöhe und der Klageschrift, die im Laufe des Novembers beim Landgericht Heilbronn eingereicht wird.
