Gefängnis-Skandal Heilbronn: Der Leiter muss gehen (Update)
Heilbronn. (dpa-lsw) Die mutmaßlich kriminellen Machenschaften von Beschäftigten im Gefängnis Heilbronn haben personelle Konsequenzen: Wie das Justizministerium am Freitag mitteilte, muss der Leiter der Justizvollzugsanstalt seinen Posten räumen. Er wechselt demnach kommende Woche in die Leitung des Justizkrankenhauses Hohenasperg bei Ludwigsburg.
Am Donnerstag war bekannt geworden, dass gegen Beamte der JVA nicht nur wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an einem Drogenschmuggler-Ring ermittelt werde, sondern auch wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen oder Volksverhetzung. Mindestens sechs Beamte sollen per WhatsApp Nazi-Bilder ausgetauscht haben, auf denen unter anderem Hakenkreuze und Porträts von Adolf Hitler abgebildet waren. Wegen der Teilnahme am Drogenring wird gegen einen Kreis von sieben Beschäftigten ermittelt. Zwei gehören laut Staatsanwaltschaft beiden Kreisen an.
Der Abgesetzte übernimmt die Leitung des Justizvollzugskrankenhauses gemeinsam mit dem dortigen Ärztlichen Direktor. Das Gefängnis in Heilbronn wird laut Ministerium zunächst vom Leiter der JVA Schwäbisch Hall in Personalunion übernommen: Regierungsdirektor Mathias Rössle ist 40 Jahre alt. "Er genießt bei der Belegschaft fachlich und persönliches hohes Ansehen", hieß es im Justizministerium, "und wird in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn einen Neuanfang einleiten."
In der JVA Heilbronn sind laut Ministerium 375 Gefangene inhaftiert und rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. Im Justizvollzugskrankenhaus auf dem Hohenasperg mit 180 Beschäftigten sind derzeit rund 110 Gefangene untergebracht.
Update: 19. Oktober 2018, 17.17 Uhr
