Alte Brücke Heidelberg: Torsanierung zieht sich bis zum Jahresende
Heidelberg. (RNZ) Die Fassadensanierung am Tor der Alten Brücke wird einige Wochen länger dauern als gedacht - und sich nun wahrscheinlich bis zum Jahresende hinziehen. Das teilte die Stadt am gestrigen Montag mit.
Grund dafür sei unter anderem ein sehr großer, beschädigter Giebelfußstein, der sich im Mittelbau des Brückentors befinde und vollständig ersetzt werden müsse. Der Stein wiegt rund 2,7 Tonnen, ist rund zwei Meter lang, 1,2 Meter hoch und einen Meter breit. Da der neue Stein von guter Qualität sein musste, wurde er zunächst im Steinbruch gebrochen.
Doch genau dieser Vorgang verzögerte sich: Wegen des Dauerfrosts im Winter gab es auf der Baustelle einen einmonatigen Stillstand. Zum komplizierten Einbau des Ersatzsteins wird nun ein Kran aufgebaut. Hierfür müsse die Durchfahrt unter der Alten Brücke aber nicht gesperrt werden, da der Kran in der Parkbucht neben der B 37 direkt am Brückentor aufgestellt werden könne.
Die Stadt saniert das Brückentor seit Herbst letzten Jahres. Damit soll einerseits die Substanz des Bauwerks erhalten, aber auch der Putz ausgebessert werden. Das Landauer Architekturbüro Behrens wurde mit der Planung und der Bauleitung beauftragt. Die Kosten belaufen sich auf rund 484.000 Euro.
Um die Baustelleneinrichtung an dem markanten Denkmal "aufzuhübschen", ließ die Stadt für die Einhausung ein Banner anfertigen. Es zeigt ein Foto des Brückentors in Originalgröße und bietet damit für die Zeit der Sanierung einen etwas schöneren Anblick auf das Wahrzeichen im Herzen der Altstadt. Das Banner wurde vom städtischen Gebäudemanagement in Auftrag gegeben. Nach Beendigung der Sanierungsarbeiten soll es eine neue Verwendung bekommen: Heidelberg Marketing wird aus dem Material Tragetaschen entwerfen. Sie sollen in einer Werkstatt angefertigt werden, in der Menschen mit Behinderungen arbeiten.
Das mittelalterliche Brückentor hatte als Teil der Stadtbefestigung alle Hochwasser und Eisgänge überstanden und diente nach dem Bau der Steinbrücke als Wächterhaus und Gefängnis (Schuldturm). 1788 wurden die Kegeldächer der Türme durch barocke Turmhelme ersetzt.
