"Besondere Herausforderung": BASF mit neuer Acetylen-Anlage im Plan
Ludwigshafen. (dpa) Der Bau einer neuen Anlage für das wichtige Zwischenprodukt Acetylen im BASF-Werk Ludwigshafen verläuft nach Angaben des Chemieriesen ohne Verzögerung. "Die Arbeiten sind im Zeitplan. Beton- und Stahlarbeiten sind weitgehend abgeschlossen", sagte eine BASF-Sprecherin am Montag.
Nach dem Baubeginn Anfang 2017 soll die Anlage mit einer Jahreskapazität von 90.000 Tonnen Ende 2019 den Betrieb aufnehmen. Acetylen gilt als Grundlage für viele Produkte des täglichen Lebens, Folgeprodukte sind zum Beispiel Ausgangsstoffe für Kaffeekapseln, Sportschuhe und Haarspray.
Der zuständige Ingenieur Bora Ipek sprach von einem "Megaprojekt". Das Investitionsvolumen umfasse eine dreistellige Millionensumme. "Die Anlage auf einer Fläche von umgerechnet sechs Fußballfeldern ersetzt eine ältere Acetylen-Anlage aus dem Jahr 1962 mit einer Jahreskapazität von 75.000 Tonnen", sagte Ipek. Produktionsleiter Christof Herion sprach von "einer der wichtigsten Investitionen für den Standort". Die neue Anlage verfüge über eine eigene Kühlanlage und sei damit unabhängig vom Rhein. Damit soll eine Situation wie in diesem Sommer verhindert werden, als der Konzern seine Produktion aufgrund der Hitze und des gesunkenen Rheinpegels drosseln musste.
Derzeit sind rund 750 Arbeiter auf der 40.000 Quadratmeter großen Baustelle im Einsatz. Mehr als 90 Prozent der Apparate sind installiert. Das mit 60 Metern längste Teil kam über den Hafen in Antwerpen nach Ludwigshafen. Ein Kran hob die 225 Tonnen schwere sogenannte Kolonne an ihre Position. "Die Montage der frei stehenden rund 90 Meter hohen Konstruktion, die aus Kolonne, Abscheidebehälter und Fackel besteht, war eine besondere Herausforderung", hieß es.
Etwa 20 Anlagen am Standort Ludwigshafen nutzten Acetylen für Produkte und Wertschöpfungsketten. Eine weitere Acetylen-Anlage betreibt BASF seit dem Jahr 2000 am Verbundstandort im US-amerikanischen Geismar im Bundesstaat Louisiana.
Anders als bei der Fabrik für das Kunststoffprodukt Toluoldiisocyanat (TDI) in Ludwigshafen, bei deren Bau es Probleme gab, trage die BASF bei der Acetylen-Anlage die gesamte Verantwortung, sagte Ingenieur Ipek. "Derzeit liegt der Schwerpunkt der Montage beim Rohrleitungsbau und der Elektroinstallation." Da ein Teil der Leitungen einen überdurchschnittlich großen Durchmesser besitze, sei die Montage des 90 Kilometer langen Rohrsystems "eine besondere Herausforderung".
In Spitzenzeiten werden rund 1300 Arbeiter am Tag auf der Baustelle tätig sein. Schon während des Baus bereitet sich die künftige Betriebsmannschaft an einem 3D-Modell auf den Start der Anlage vor.
