Glückstein-Quartier Mannheim: Von der Skylounge über die Stadt blicken
Mannheim. (jami) Rund 6000 Quadratmeter ist das Baufeld 1 im Mannheimer Glückstein-Quartier nahe des Hauptbahnhofs groß. Es sei eins der herausragenden Felder, meint Baubürgermeister Lothar Quast. Denn es sticht sofort ins Auge, wenn man den Fahrlachtunnel in Richtung Ludwigshafen verlässt.
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird darauf ein Bürogebäude entstehen. Ein möglicher Investor ist das Mannheimer Bauunternehmen Diringer und Scheidel (D&S), das einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben hatte. Dessen Ergebnisse sind nun im Shoppingcenter Q 6/Q 7 zu sehen.
Das Kölner Architekturbüro Lepel & Lepel hat den Wettbewerb gewonnen. Insgesamt nahmen zehn Büros teil. Die Kölner punkteten mit einem zeichenhaften, reduzierten, aber dennoch markanten Gebäude, wie die Vorsitzende des Preisgerichts, die Architektin und Professorin Kerstin Schultz, erklärte.
"Es war ein deutliches Votum. Deshalb gab es auch keinen zweiten, sondern einen dritten und vierten Platz", so Schultz. Weitere Gründe, die für Lepel & Lepel sprachen, lassen sich in der Beurteilung des Preisgerichts ablesen. Darin steht unter anderem, dass das geplante Gebäude auf die besondere städtebauliche Begebenheit eingeht, sich also gut ins entstehende Quartier einfügt.
Im Neubau befinden sich Büros und Coworking-Plätze - wie es die Stadt für das Baufeld 1 vorgesehen hatte. Beim sogenannten Coworking stehen Arbeitsplätze und Infrastruktur wie Telefone, Drucker, Scanner oder Besprechungsräume, zeitlich befristet zur Verfügung.
Meist nutzen Kreative und Freiberufler einen Coworking-Platz und haben so die Möglichkeit, sich mit anderen aus der Gruppe auszutauschen oder ihre Expertise in Anspruch zu nehmen. Dafür bestehe eine hohe Nachfrage, berichtete Lothar Quast. Bevor D&S jedoch das Gelände erwerben kann, benötigt es neben der Zustimmung des Gemeinderats einen Mietvertrag mit einem Ankermieter.
Den gibt es wohl bereits, wie Unternehmenschef Heinz Scheidel erklärte. Demnach stehe man mit einem in Mannheim ansässigen Konzern in Verhandlung, dessen aktuelle Mietfläche in der Zwischenzeit zu klein geworden sei. Einen Namen nannte Scheidel noch nicht. "Wir hoffen, dass wir in ein paar Monaten zum Vertragsabschluss kommen", so Heinz Scheidel, denn die Neubaufläche muss laut einem Vorvertrag mit der Stadt Mannheim bis 2020/2021 beziehbar sein. Die Zeit drängt also.
Das von den Kölnern vorgeschlagene Haus sieht bis zu 14.000 Quadratmeter Büro- und bis zu 10.000 Quadratmeter Coworking-Fläche vor. Das Ganze findet in einem Bau mit einem 13-geschossigen Büroturm Platz, der ungefähr 50 Meter in die Höhe ragen wird.
"Wir haben es uns daher nicht verkneifen können, eine Skylounge mit einzuplanen", erklärte der Architekt Reinhard Lepel seine Entwurfspläne mit einem Lächeln. Vom obersten Stockwerk hätte man einen guten Blick über Mannheim.
Ebenfalls seien neben den flexiblen Büro- und Coworking-Räumen auch Bereiche zur Entspannung vorgesehen. Heinz Scheidel geht davon aus, dass der Entwurf dem potenziellen Ankermieter gefallen werde und dem Mietvertrag kaum etwas im Wege stehen dürfte.
Das Projektvolumen liege laut Scheidel bei etwa 100 Millionen Euro. Auch Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch zeigte sich mit dem bisherigen Planungsverlauf zufrieden: "Ein Mannheimer Unternehmen als Mieter wäre uns sehr wichtig."
Mit Blick auf das restliche Glückstein-Quartier sagte Grötsch: "Wir sind uns sicher, dass bis 2021 alle Grundstücke vermarktet sind." Lothar Quast ist zuversichtlich, dass "das Glückstein-Quartier gemeinsam mit dem Stadtteil Lindenhof in Zukunft ein guter Gewerbe- und Wohnstandort sein wird".
Info: Der Siegerentwurf kann bis 27. Juli im Shoppingcenter Q 6/Q 7 zwischen 10 und 20 Uhr besichtigt werden. Die Ausstellungsfläche befindet sich im Gebäudeteil Q 7.
