Feuerwehr Sulzfeld: Die "Huddl 59" feiert ihre Wiedergeburt
Sulzfeld. (rnz) Das erste Sulzfelder Löschfahrzeug, ein Opel Blitz LF 8, nahm am 4. Juli 1959 seinen Betrieb auf und leistete bis zu seiner Stilllegung 1984 für die Freiwillige Feuerwehr treue Dienste. In detailgetreuer und mühevoller Kleinarbeit wurde das Fahrzeug mit dem Spitznamen "Huddl" in 1000 Stunden restauriert und auf Vordermann gebracht. Zur feierlichen Übergabe, knapp 59 Jahre nach der ersten Einsatzfahrt, lud die "Huddlgruppe" zum Frühschoppen ins Feuerwehrgerätehaus ein.
Unter tosendem Beifall und mit musikalischer Umrahmung der Feuerwehrkapelle wurde das "neue-alte" Fahrzeug von Bürgermeisterin Sarina Pfründer, Ehrenkommandant Wolfgang Kern und Bürgermeister a.D. Eberhardt Roth in Empfang genommen. Die "Huddl" kündigte schon vorher ihr Kommen mit Blaulicht und Martinshorn an. Doch es war nicht das einzige Fahrzeug, das die Blicke der Besucher auf sich zog. Die Gemeinde Auerbach/Bensheim an der Bergstraße, die Oldtimergruppe Bretten und die Oldtimergruppe aus Sinsheim präsentierten ihre restaurierten Gefährte.
Der Opel Blitz mit 62 PS und einem Feuerwehraufbau wurde 1984 außer Betrieb genommen. Die Kameraden, die bei der Restaurierung über 1000 Stunden geleistet haben, sind persönlich damit verbunden, haben diese doch ihre ersten Leistungsabzeichen damit erreicht oder wurden in der Jugend darauf ausgebildet. Auch der letzte Einsatz wurde von zwei Kameraden der Restaurierungsgruppe 1984 gefahren.
"Die Huddl bleibt" - mit dieser Ansage und einem Konzept zur Restaurierung kam die Idee von Wolfgang Palesch das ehemalige Löschfahrzeug wieder herzurichten. In liebevoller Detailarbeit wurde dieses Schmuckstück nunmehr erhalten. Bildertafeln zeigten Fotos, auf denen zum Beispiel der komplette Laderaum herausgerissen war und sich der Rost nach über 25 Jahren ohne Betrieb breit machte.
Um die "Wiedergeburt" der "Huddl 59" - so der Arbeitstitel der Restaurationsgruppe - gebührend zu feiern, wurde ein Fest wie "Damals" und "Heute" organisiert. So gab es aus dem holzbefeuerten Holzkessel ein paar heiße Würste und dazu einen Doppelweck. Für die Kinder gab es Softdrinks und andere Schmankerl aus der Neuzeit. Die beiden Feuerwehrkapellen sorgten für den musikalischen Rahmen.
Bürgermeisterin Sarina Pfründer und Kommandant Torsten Kern bedankten sich bei den Kameraden, vor allem für ihr Durchhaltevermögen und überreichten Präsente. Auch Gruppenführer Palesch schloss sich den Worten an und betonte, dass dieses Ergebnis nur die Fachkompetenz seiner Mitstreiter möglich gemacht habe.
"Die Feuerwehr hat das Glück, für alle Gewerke das Fachpersonal zu haben." Ebenso ging der Dank an die Führung der Feuerwehr, die das Projekt durch Spenden finanziert hat.
Die "Huddl 59" wird nunmehr für festliche Rahmen, Feiern, Umzüge, Jubiläen oder Ausfahrten zu verschiedenen Oldtimertreffen genutzt. Doch die Arbeit ist noch nicht zu Ende. So blicken die Hobbyschrauber gespannt der Restaurierung der TS 8 (Tragkraftspritze) entgegen.
