Edingen-Neckarhausen: Nachwuchsmusiker bewiesen ihr Können
Von Nicoline Pilz
Edingen-Neckarhausen. "Das war wirklich ein sehr hohes Niveau, wirklich beeindruckend", erklärte CDU-Altgemeinderätin Inge Honsel nach dem Jahreskonzert der Jugendmusikschule. Tatsächlich herrschte im großen Saal im Schloss Neckarhausen aufgrund der vielen Besucher Platzmangel. Erika Tieg, die Leiterin der Jugendmusikschule, freute sich sichtlich über den großen Zulauf.
Siebenjähriger Eeren Parmakerli begeisterte mit Klavier-Solo
Was die Schüler ihrer Einrichtung an diesem Abend boten, war ausnahmslos gelungen. Angefangen beim Projektorchester, das Lehrer Philippe Wolter eigens aus diesem Anlass zusammengestellt hatte. Das Orchester, bestehend aus Blockflöte, Querflöte, Gitarren und Violoncello, bot in farbiger Harmonik drei Tanzlieder von Giovanni G. Gastoldi aus seiner Komposition "Balletti a cinque voci" sowie das rhythmisch reizvolle chilenische Volkslied "Mi caballo blanco" inklusive imitiertem Hufgetrappel.
Ein großer Künstler am Klavier ist der erst siebenjährige Eren Parmakerli, der seit dreieinhalb Jahren Unterricht nimmt und beim Musikwettbewerb "Jugend musiziert" bereits Preise einheimst. Das Allegro aus der Sonatine C-Dur von Muzio Clementi spielte der Junge flüssig, souverän.
Das galt auch für die übrigen Solisten an diesem Abend, die teilweise das Konzert als öffentliche Probe für den nun stattfindenden Bundeswettbewerb nutzten. Die beiden Sätze aus der "Locomotive Suite" von Colin Cowles, zunächst in zarter Melancholie, dann munter und stilistisch vielfältig zwischen dem Hauptmotiv wechselnd, intonierte Klarinettistin Susanna Paul sauber und einfühlsam.
Eine konzentrierte Darbietung lieferte auch Amelie Thimmel, eine der jüngeren Nachwuchsmusikerinnen, bei Vivaldis bekanntem Allegro aus dem Konzert für Violine. Erstaunlich, wie unaufgeregt die Jugendmusikschüler agierten: Falls sie im Vorfeld unter Lampenfieber gelitten hatten, so schien das bei ihrem Auftritt verschwunden - gute Voraussetzungen für die nächsten Wettbewerbe.
Empathisch und rund waren auch die nächsten Beiträge von Klarinettist Luca Bastian mit "Brimborious" sowie Hannah Thimmel mit einem lebhaften Allegro aus dem Telemann’schen Konzert für Viola. Großes Kino bot Antonia Ganss mit Edvard Griegs lyrischem Wiegenlied "Berceuse", gefolgt von Jonas Hoffmann an der Klarinette: Präzise und sicher spielte er das "Fantasiestück" von Carl Nielsen.
Eine eindringliche Komposition hatte sich Stella Busse (Violoncello) mit Brahms Sonate e-Moll ausgesucht, auch sie am Klavier begleitet von Musiklehrerin Barbara Witter Weiss. Es gab nur einen Wechsel am Klavier als Begleitinstrument: Paula Bosse (Querflöte) ließ ihren Vater Wieland Bosse am Flügel Platz nehmen: Das Duo bot zwei Sätze aus dem bekannten Konzert für Flöte und Orchester von Carl Stamitz. Ein Werk in klassischer Eleganz und Virtuosität. Eine entspannte Komposition stellte Preisträger David Strüder an der Gitarre vor: "Barcarola" von Agustín Barrios Mangoré.
Respekt zollte das Publikum nicht zuletzt auch der Leistung von Emilia Krauße, die Kompositionen von Beethoven und Chopin auswendig am Flügel darbot. Mit einem Feuerwerk an Drama und Temperament im spanischen Flair von Emil Cossetto, beschloss Klarinettistin Wiebke Brethauer ein hochklassiges Konzert.
