Meckesheim: Sanierungspläne für altes Rathaus
Von Nicolas Lewe
Meckesheim. Seltene Einvernehmlichkeit herrschte in der jüngsten Gemeinderatssitzung bei den Plänen zur Sanierung des alten Rathauses. Alle Räte stimmten darin überein, dass das 1729 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Gebäude unbedingt zu erhalten ist. Dass sich die Gesamtkosten für die dringend notwendige, umfassende Sanierung auf rund 2,1 Millionen Euro belaufen, von denen bereits 700.000 Euro im Haushalt 2018 eingeplant sind, ist aus Sicht des Gemeinderats unvermeidbar.
Ein interessantes Detail liefert die Inschrift über dem Eingang: 1841 wurde das historische Haus, das sich seit dem Jahr 1731 im Besitz der Gemeinde befindet, umfassend saniert. Bürgermeister in der damals rund 1000 Einwohner zählenden Kommune war demzufolge Georg Kirsch. Nach der Nutzung als Rathaus waren in dem Gebäude in der Friedrichstraße 22 zuletzt die Gemeindebücherei und das Schulmuseum untergebracht. Seit dem Jahr 2015 steht das Anwesen leer.
"Der Zustand ist marode und wird sich weiter verschlechtern", fand Bürgermeister Maik Brandt klare Worte. Erst kürzlich sei es zu einem Wasserschaden gekommen und auch das Dach sei sanierungsbedürftig. "Es ist dringender Handlungsbedarf geboten", lautete der Appell des Rathauschefs. Doch die Brandrede war damit noch nicht abgeschlossen. Der Bürgermeister erinnerte an den jüngsten kommunalpolitischen Rundgang, bei dem sich der marode Zustand des Gebäudes allen Teilnehmern offenbarte: Es roch nach Feuchtigkeit, Kabel hingen von der Decke, überall waren Risse. "Der Verfall des Gebäudes droht", warnte Brandt, ein zeitnaher Beginn der Sanierung sei wichtig.
Und wie geht es danach weiter mit dem historischen Bauwerk? "Der Standort altes Rathaus ist prädestiniert, um zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt Meckesheims zu werden", warf Brandt einen Blick in die Zukunft. Auch, weil im neuen Rathaus Platzmangel herrsche. Derzeit müssten deshalb Veranstaltungen in der Auwiesenhalle stattfinden, die für ältere beziehungsweise körperlich beeinträchtigte Bürger aufgrund ihrer Lage außerhalb des Ortskerns nur schwer zu erreichen ist. Ganz anders das alte Rathaus: Hier seien, so Brandt, im Erdgeschoss zu den üblichen Geschäftszeiten frei zugängliche, behindertengerechte Toiletten geplant, die auch bei Veranstaltungen genutzt werden können.
Für das erste Obergeschoss habe sich zudem erfreulicherweise bereits ein Nachfolger für die Hausarztpraxis gefunden. "Es handelt sich um ein Ärzteehepaar", präzisierte Brandt. Im Dachgeschoss sei zudem ein moderner, barrierefreier Mehrzwecksaal angedacht, der als Ratssaal, aber auch als Veranstaltungsraum genutzt werden kann.
Von den Fraktionen wurden die Pläne durchweg positiv aufgenommen. Für Mum-Fraktionssprecher Jürgen Köttig stand fest: "Das Gebäude ist ortsprägend und uns allen ans Herz gewachsen, ich würde einem Abriss niemals zustimmen." Hans-Walter Sonnentag (CDU) äußerte sich ähnlich: "Das alte Rathaus ist ein historisches Gebäude und unbedingt erhaltenswert." Die Nutzung mit einer Arztpraxis sei ideal, was auch die CDU-Fraktionsvorsitzende Inge Hanselmann bekräftigte: "Wir müssen sicherstellen, dass Ärzte in Meckesheim bleiben."
