Gloria Heidelberg: Regiedebüt für Heidelberger Axel B. Steinmüller
Heidelberg. (sow) Für Axel B. Steinmüller ist es eine Reise zurück in seine Kindheit: Denn in der Heidelberger Altstadt entdeckte er einst die Liebe fürs Kino. Und dorthin, ins Gloria-Kino, kehrt er morgen Abend zurück, um seinen ersten eigenen Spielfilm vorzustellen: den schwarzhumorigen Thriller "Warum Siegfried Teitelbaum sterben musste".
"Ich wurde in der Altstadt kinotechnisch sozialisiert", sagt der 51-Jährige. Zwar wuchs er in Handschuhsheim auf, doch seine Oma hatte ein Friseurgeschäft direkt gegenüber vom Schlosskino - und dort sah er schon mit fünf Jahren "Das Dschungelbuch". Der Funke war entzündet - und als Jugendlicher saß Axel ständig vor einer Leinwand: ob Kammer, Harmonie, Lux oder die Känguru-Reihe - die Altstadt-Kinos wurden zu seinem Wohnzimmer. Und natürlich auch das Gloria, wo er etwa "Planet der Affen" sah.
Aus seiner Leidenschaft wurde Steinmüllers Beruf - er arbeitet hauptsächlich als Schauspieler und Moderator - doch mit "Warum Siegfried Teitelbaum sterben musste" erfüllte er sich den Traum vom eigenen Spielfilm. "Alle meckerten über deutsche Filme, ich auch, aber irgendwann wollte ich es besser machen und einfach loslegen statt immer nur zu kritisieren."
Drehbuch, Regie, Produktion: Alles machte er selbst. Weder hatte er einen finanzstarken Sender, noch eine Filmförderung, stattdessen suchte er sich private Sponsoren und warb per Crowdfunding Geld ein. "Das Budget lag knapp über dem Wert eines Mittelklassewagens", sagt Steinmüller. Die Idee für den Plot kam ihm schon vor sieben Jahren beim Radfahren - es war ein langer Weg ins Kino.
Herausgekommen ist die originelle Geschichte des Auftragskillers Stefán, der den angeblichen Supergangster Siegfried Teitelbaum töten sollte und nun verhört wird. Doch ist Teitelbaum wirklich tot, hat er überhaupt je existiert - oder ist am Ende Stefán selbst Teitelbaum? Nur so viel dazu - denn der Reiz des Films liegt auch darin, dass alles anders kommt, als man es erwartet.
"Die Inspiration für den Film ist sicher aus meinen sehr verschiedenen Interessen gespeist", sagt Steinmüller. Er verwebt jüdischen Humor, Swing-Musik und das Gangster-Genre zu einem Debütfilm, der sogar im Mutterland des schwarzen Humors ankommt: Beim "Oxford International Film Festival" gewann er einen Preis.
"Dass ich meinen Film jetzt im Gloria, dem letzten verblieben Kino meiner Jugend zeigen kann, ist mir eine Herzensangelegenheit", sagt Steinmüller - und hofft auf einen vollen Saal. Im Anschluss an den Film gibt es ein Publikumsgespräch.
Info: Sondervorstellung, Mittwoch, 30. Mai, 21 Uhr, Gloria-Kino, Hauptstraße 146. Eintritt: 9 Euro, ermäßigt 8 Euro.
