Karl-Drais-Schule Heddesheim: Vor drei Jahren alles richtig gemacht
Von Stefan Zeeh
Heddesheim. Knapp drei Jahre ist es her, dass der Antrag der Heddesheimer Karl-Drais-Schule auf Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule genehmigt wurde. Da wird es Zeit, Bilanz zu ziehen, befand Schulleiter Jens Drescher und lud Heddesheims Bürgermeister Michael Kessler sowie Vertreter des Gemeinderats zum Pressegespräch in das Rektorat der Schule ein. "Die Nachfrage war immens", erinnerte sich Drescher. 110 Anmeldungen waren für den Start der Gemeinschaftsschule im Schuljahr 2015/16 eingegangen. Somit waren die zu vergebenden 56 Plätze sofort belegt.
Heute besuchen 169 Schüler die Gemeinschaftsschule, denn auch für die beiden Schuljahre meldeten sich mehr als genügend Schüler an. Diese kommen aus Heddesheim, Hirschberg, Weinheim-Lützelsachsen und Schriesheim. Für das kommende Schuljahr erwartet Drescher wieder eine große Zahl an Anmeldungen. "Die Telefone laufen jetzt schon heiß", berichtete er.
Bürgermeister: "Begrenzung auf zwei Züge war richtig"
In den vergangenen drei Jahren galt es aber nicht nur, die beiden pro Schuljahr zur Verfügung stehenden Klassen mit Schülern zu füllen. "Viele neue Kollegen sind hinzugekommen", erläuterte Drescher. Darunter befinden sich auch Gymnasiallehrer, was eine Premiere an den Schulen in Heddesheim darstellt. Zudem galt es, den Ganztagsbetrieb an der Schule einzuführen, die Inklusion zu bewältigen und die neu gestalteten und teils hinzugekommenen Räume im Schulgebäude mit Leben zu füllen.
"Die Begrenzung der Gemeinschaftsschule auf zwei Züge war richtig", sagte Bürgermeister Michael Kessler mit Blick auf die Möglichkeiten, die das Schulgebäude bietet. Denn so könne man den Baukörper vollständig nutzen. Noch mehr Klassen pro Schuljahr hätte noch größere Investitionen seitens der Gemeinde in das Schulgebäude bedeutet, was diese nicht hätte leisten können.
"Die Nachfrage aus den umliegenden Gemeinden ist Lob genug", hob Jürgen Merx (SPD) den Erfolg der Gemeinschaftsschule hervor und erinnerte sich an seinen ersten Besuch in einem der "Lernbüros", die zum Konzept dieser Schulart gehören. "Das war etwas ganz Neues und Beeindruckendes", sagte er. "Die Gemeinde hat durch die Gemeinschaftsschule eine Aufwertung erfahren", stellte Ulrich Kettner (Grüne) fest. Durch diese neue Schulart werde Heddesheim bei den Eltern in den umliegenden Gemeinden verstärkt wahrgenommen und die von hier kommenden Jugendlichen blieben an die Gemeinde gebunden, selbst wenn sie eine weiterführende Schule besuchten.
Auf die Entscheidung des Gemeinderats, eine Gemeinschaftsschule zu beantragen, blickte Ingrid Kemmet (FDP) zurück. "Jens Drescher hat mit seinem Konzept überzeugt", sagte sie. Und Bürgermeister Kessler war sich mit Blick auf die einstimmige Entscheidung pro Gemeinschaftsschule sicher: "Mit Streit im Gemeinderat hätten wir diese Schule nicht so entwickeln können."
Auch auf den zu Zeiten der Werkrealschule noch existierenden Schulzweckverband mit Hirschberg und die Entscheidung der Nachbargemeinde, sich an einer Gemeinschaftsschule nicht zu beteiligen, ging Kessler ein. "Es war damals unser Wunsch, gemeinsam die Schule zu entwickeln." Ohne die Nachbargemeinde die Gemeinschaftsschule zu betreiben, habe jedoch den Vorteil, dass die Schule an einem Standort konzentriert ist.
