Rhein-Neckar-Arena Sinsheim: Paparazzi-Alarm beim Hoffenheim-Spiel
Von Hans-Joachim Of
Sinsheim. Wer sich am Samstag in der Rhein-Neckar-Arena hinter dem Hoffenheimer Tor platziert hatte, hatte den richtigen Riecher: Viermal schlug es in diesem Gehäuse ein. Das ist der Stoff, der Fotografenherzen höher schlagen lässt.
Jeder kennt die Bilder aus dem Fernsehen. Zwei Dutzend oder mehr Fotografen sitzen mit ihren riesigen Objektiven am Spielfeldrand und verfolgen Akteure und Ball. Aber nicht alle dieser Bilder schaffen es in die Magazine, in die Zeitung oder gar auf eine Titelseite. Fakt ist: Bei vielen guten Sportfotos sieht man Emotion vor Information. Bei den Bundesligaspielen der TSG 1899 Hoffenheim sind bis zu 50 Sportfotografen im Einsatz, informiert Isabella Budig, die für die Presse-Akkreditierungen zuständige Assistentin in der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit der TSG. Die Richtlinien der Deutschen Fußball-Liga (DFL) besagen, dass nur hauptberuflich tätige Sportfotografen akkreditiert werden. Und: Man braucht einen Auftrag einer Redaktion. Die Akkreditierung als Fotograf berechtigt ausschließlich zur Nutzung eines Arbeitsplatzes in einem der ausgewiesenen Arbeitsbereiche im Stadion-Innenraum - im Regelfall hinter beiden Toren sowie seitlich bis zur 16-Meter-Linie.
Was macht ein gelungenes Sportfoto aus, was unterscheidet einen Top-Shot von digitalem Sperrmüll? Uwe Anspach aus Heidelberg weiß, dass Emotion und Action die wichtigsten Bestandteile eines guten Sportfotos sind. Der 40-Jährige fotografiert seit über zehn Jahren neben Hoffenheim auch Spiele in Sandhausen, Eishockey-Spiele in Mannheim oder andere Sportarten und sagt: "Das Bild eines gelungenen Torschusses kann mitunter beim Betrachter weniger haften bleiben, als das Bild einer spektakulären Glanzparade des Torhüters." Jubelnde Spieler, die vor der Fankurve Freudentänze vollführten, seien eventuell ein attraktiveres Bild als der Torschuss an sich. Anspach schießt pro Spiel bis zu 1000 Bilder, die natürlich via PC gleich bei den Agenturen landen. Das Schöne an der Sportfotografie? "Die Schnelligkeit des Spiels und die Emotionen", kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen. Dass dabei auch drei größere Probleme zu lösen sind, weiß der 22-jährige Andre Antoni aus Graben-Neudorf, einer der jungen Sportfotografen der Szene, ganz genau. Erstens kommt man nicht so dicht an die Sportler heran wie man es gerne möchte, und zweitens hat man oft wenig Licht. Der dritte Aspekt: "Fußball ist sehr schnell." Deshalb spielten Brennweite, Lichtstärke des Objektives und eine moderne Digitalkamera eine große Rolle. Das Schöne am Fotografieren? "Oft gibt es nur eine einzige Chance fürs perfekte Bild."
Uwe Grün aus Neckarbischofsheim fotografiert seit rund zehn Jahren für die Hoffenheimer. Der 53-Jährige ist ein "alter Hase" im Geschäft, fotografiert mit schnellen Kameras und schießt pro Spiel bis zu 1500 Bilder. Eines seiner schönsten Fotos? "Das war in der vorigen Saison gegen den FC Augsburg, als die ganze Rhein-Neckar-Arena in eine einzige, farbige Choreographie getaucht war."
