Prunksitzung Malsch: In Malsch regiert "Blau-Rot" (plus Fotogalerie)
Malsch. (oé) Von den Mälschern können sich die Mächtigen in Berlin eine Scheibe abschneiden: Während dort zwecks Regierungsbildung endlos sondiert, getagt und verhandelt wird, ist man am Letzenberg schon weiter. Hier hat am Samstag in der voll besetzten Letzenberghalle die "blau-rote Koalition" das närrische Regiment übernommen. Und wenn die Regierungsmannschaft der KaGe mit Konrad Becker an der Spitze so weiter macht, wie sie an diesem mitreißenden Abend begonnen hat, dann bleibt bis Aschermittwoch wahrlich kein Auge trocken.
Dass Malsch eine Faschingshochburg sondergleichen ist, das wurde an diesem Abend einmal mehr unter Beweis gestellt - von den über 500 bestens gelaunten Besuchern in der bis auf den letzten Platz gefüllten Halle ebenso wie von den rund 100 Aktiven, die auf der Bühne und in der Bütt ein karnevalistisches Feuerwerk zündeten, das des besonderen Anlasses würdig war: 66 Jahre wird die KaGe Blau-Rot Malsch in diesem Jahr alt und sie feierte dieses närrische Jubiläum standesgemäß. Angeführt wurden die Jecken dabei von Sitzungspräsident Alexander Erhard, einem Zeremonienmeister der Extraklasse, der schlagfertig und mit unnachahmlichen Wortwitz durch die fünfstündige Prunksitzung führte. Das Motto dafür gab Sänger Manfred Emmerich mit der Mälscher Karnevalshymne vor: "Nix wie in die Gurgel noi, den Letzeberger Sunneschoi."
Dann folgte ein Höhepunkt dem anderen, wobei die "Militärkapelle" den Vogel abschoss. Die vermeintlichen Nachbarn aus Malschenberg (in Wahrheit aber Mälscher Jungs um den 3. Präsidenten Simon Schönhoff) starteten einen Frontalangriff auf das Zwerchfell und bliesen den Mälschern ordentlich (und musikalisch gekonnt) den Marsch. Da kam wirklich alles aufs Tapet, was die Gemüter im vergangenen Jahr bewegt hat. Egal, was die "Militärkapelle" auch auftischte, jeder Gag zündete, das Publikum stand kopf und der Saal kochte. Einen Trost gab es zum Schluss: "In Malsch isch net alles schlecht. Der Mälscher Woi schmeckt meistens recht. Und noch was muss ma de Mälscher losse. Eier Tanzmädche haue uns echt von de Socke", reimten die Jungs von der "Militärkapelle".
