Hilfe für Luisa: Diese Solidarität ist beeindruckend (plus Fotogalerie)
Von Rüdiger Busch
Hettingen. Das Schicksal der 17-jährigen Luisa aus Hettingen, die an einer lebensbedrohlichen Erkrankung des Immunsystem leidet, bewegt seit Wochen die Menschen in der Region. Die Welle der Anteilnahme gipfelte am Samstag in einer überwältigenden Teilnahme an der Typisierungsaktion: 1812 Menschen waren dem Aufruf des FC Viktoria und der DKMS gefolgt und ließen sich als Stammzellenspender registrieren. Ob darunter auch der dringend gesuchte Lebensretter ist, wird sich in rund drei Wochen zeigen, wenn die Proben ausgewertet sind.
Luisa selbst war zu Beginn der Aktion ebenfalls vor Ort. Wie ihre Eltern und ihr Bruder trug sie einen Mundschutz - schließlich kann jede Infektion für sie lebensbedrohlich sein, da ihr Immunsystem nicht mehr richtig arbeitet. "Sie hat sich sehr über die vielfältige Unterstützung und die große Resonanz gefreut", berichtete ihr Vater Peter. Luisas Mutter Claudia hatte eingangs den zahlreichen Helfern persönlich gedankt.
Bereits vor dem Startschuss um 12 Uhr hatte sich vor Hettinger Sporthalle eine lange Schlange gebildet - ein Zustand, der trotz des effektiven Ablaufs die nächsten Stunden Bestand haben sollte. Um halb eins meldete die Feuerwehr: "Alle Parkplätze sind belegt!" Wartezeiten von 30 bis 45 Minuten waren zu den Hochzeiten normal - die opferten die potenziellen Lebensretter aber ausnahmslos gern, schließlich ging es um viel.
Die eigentliche Registrierung lief dann wie am Schnürchen ab: Innerhalb von 15 Minuten war der Vorgang in der Regel erledigt. An der ersten Station nahmen gleichzeitig 46 Helfer die Daten der Freiwilligen auf und verteilten Wattestäbchen. Gleich dreimal musste jeweils ein Wangenabstrich vorgenommen werden, anschließend ging es weiter zur Blutentnahme, wo Ärzte sowie Schwestern der Neckar-Odenwald-Kliniken den Probanden jeweils fünf Milliliter Blut abnahmen. Für die Registrierung hätte eigentlich der Wangenabstrich genügt. Die DKMS führt jedoch immer wieder Registrierungsaktionen durch, bei denen beide Varianten gleichzeitig angewandt werden, um die Untersuchungsmethoden zu optimieren.
Dank der perfekten Organisation griff ein Rädchen ins andere - sobald bei der Datenerfassung oder der Blutentnahme ein Platz frei wurde, wiesen die Helfer den nächsten Freiwilligen ein, so dass es kaum Leerlauf und Verzögerungen gab. Am Ende baten die Helfer noch um eine Geldspende, um die Kosten von 35 Euro pro Registrierung zumindest teilweise abzudecken. So zahlreich die Freiwilligen zur Typisierung kamen, so groß war auch ihre Bereitschaft, die Aktion finanziell zu unterstützen: 26.962 Euro kamen hier zusammen. Bereits im Vorfeld waren von Firmen, Vereinen und Privatpersonen weit über 20.000 Euro gespendet worden, so dass innerhalb von drei Wochen seit dem ersten Aufruf mehr als 50.000 Euro (!) gespendet worden sind. Ein bemerkenswertes Ergebnis, wie auch die DKMS gegenüber der RNZ bestätigte.
Die Teilnehmer waren bunt gemischt und kamen nicht nur aus dem Raum Buchen, sondern auch aus den Nachbarkreisen. Neben Einzelpersonen waren viele Angehörigen von Sport- und Fastnachtsvereinen den Aufrufen gefolgt. So ließen sich zum Beispiel fünf Gardemädchen des Carneval-Clubs "Rüdenauer Klammhörnli" typisieren - stilecht im Bühnenoutfit. Gleiches gilt für das Bürgstädter Prinzenpaar Prinzessin Tini I. und Prinz Marcel I., welche die gute Sache ebenfalls unterstützten, und für viele weitere Vertreter von Organisationen und Vereinen. Beeindruckend war aber auch die große Schar an Helfern, die an den roten T-Shirts mit dem Aufdruck "Gemeinsam für Luisa" gut zu erkennen waren.
Für Luisa, ihre Familie und alle, die an ihrem Schicksal Anteil nehmen, geht das Hoffen, Warten und Bangen jetzt weiter. In drei Wochen sollen die Ergebnisse ausgewertet sein. Daneben kann aber auch bei einer der zahlreichen anderen Registrierungsaktionen, die bundesweit durchgeführt werden, jederzeit ein passender Spender gefunden werden.
Beeindruckt von der großen Resonanz zeigte sich auch Luisas Familie, wie Vater Peter gegenüber der RNZ deutlich machte: "Wir sind als Familie tief bewegt und gerührt, welche Sympathie und Solidarität uns und unserer Tochter widerfährt. Wir waren sprachlos über die vielen Spender aus den verschiedensten Regionen, die sich auf den Weg nach Hettingen gemacht haben. Unser herzlicher Dank gilt allen, die gekommen sind, um Luisa und allen anderen, die auf eine Stammzellenspende angewiesen sind, mit ihrer Bereitschaft zur Typisierung zu helfen. Es ist schön, dass es auch in der heutigen Zeit Werte wie Mitmenschlichkeit, Kameradschaft und Zusammenhalt gibt, die solche Massen bewegen, und die hoffentlich zu einem guten Ende führen."
Info: Der SV Nassig führt am Sonntag, 28. Januar, von 11 bis 16 Uhr in der Wildbachhalle in Nassig ebenfalls eine Typisierungsaktion für Luisa durch.
