Weinheim: Netzwerk trägt erste Früchte
Von Günther Grosch
Weinheim. Der Startimpuls kam 2012 bei der Zukunftswerkstatt "Vision 2020" durch Vertreter der Stadt und der lokalen Wirtschaft, vier Jahre später folgte die Gründung, schon jetzt trägt es reife Früchte: Das von elf heimischen Firmen und Unternehmen getragene "Weinheimer Bündnis für Ausbildung" ist nach kurzer Zeit zu einer Erfolgsgeschichte geworden.
Ob bei seiner ersten öffentlichen Darstellung 2017 bei der überregionalen Messe "Jobs for future" oder der eigenen Präsentation im Rahmen der "1. WeinHeimer AusbildungsTage" (WHAT): "Dieses Bündnis hat den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Weinheim enorm bereichert und gestärkt", zogen OB Heiner Bernhard und der Vorsitzende des Bündnisses, Markus Hug, Mitte dieser Woche auf der Mitgliederversammlung ein "durch die Bank" positives Fazit.
Vor allem die "WHAT 2017" mit rund 50 beteiligten Unternehmen und die positive Resonanz von Gymnasiasten habe alle Erwartungen übertroffen, so Hug. Auch für dieses Jahr sei der Weinheimer Ausbildungstag am Mittwoch, 13. Juni, bereits wieder nahezu ausgebucht.
Um vor Ort zu veranschaulichen, was "Ausbildung in Deutschland" bedeutet und wie diese funktioniert, absolvierten darüber hinaus junge Flüchtlinge aus der Hans-Freudenberg-Berufsschule bei dem Weinheimer Wursthüllenproduzenten Naturin-Viscofan ein Praktikum, mit Erfolg: "Ein Iraner und ein Afghane wurden anschließend von der Unternehmensgruppe Freudenberg in ein Ausbildungsverhältnis zum Maschinen- und Anlagenführer übernommen", bilanzierte Zweiter Vorsitzender und Naturin-Personalchef Uwe Seehaus.
"So erfüllt das Bündnis seinen Zweck", wertete Hug das Ganze als "ein Paradebeispiel" dafür, dass Weinheimer Betriebe bei der Ausbildung Jugendlicher, der überfachlichen Qualifizierung Auszubildender und bei deren Integration in die "Arbeits- und Lernwelt 4.0" in Kooperation mit "Job Central" nicht miteinander konkurrieren, sondern an einem Strang ziehen.
Nicht weniger erfreulich fiel der Finanzbericht von Nicolas Diesbach aus, der Ende des Geschäftsjahres mit einem Überschuss von 13.750 Euro "ein dickes schwarzes Plus" auswies. Für die kommenden Vorhaben verleihe dies Sicherheit und Flexibilität, sagte Hug.
Auch er sei froh darüber, dass es gelungen sei, "aus einer vagen Idee ein festes Bündnis zu schmieden", lobte OB Bernhard die dahinter stehende "harmonische und zielorientierte Gemeinschaft". Die mit rund 280 Ausbildungsberufen nicht nur Weinheims Arbeitswelt heterogen abbildet, sondern ihre ständig neu zu definierenden Vorhaben in die Tat umsetzt. Schließlich ist die Ausbildungswelt einem permanenten Wandel unterworfen, die Unternehmen müssen im Wettbewerb auf der Höhe der Zeit bleiben. So fiel es den Netzwerkpartnern auch nicht schwer, mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Trägerverein "Zweiburgen Talente - Weinheimer Bündnis Ausbildung" und der Stadt zur Weiterentwicklung des Ausbildungsstandortes das Band noch enger zu knüpfen.
Das Ziel sei, so Susanne Felger vom Koordinationsbüro "Übergangsmanagement Schule und Beruf" der Stadt, die Ausbildungsqualität ständig weiter zu verbessern, die Kooperation zwischen Lernorten und der beruflichen Bildung zu stärken und Zugänge in die Ausbildung für benachteiligte Jugendliche zu öffnen. So sollen die Vielfalt in der Berufsausbildung und "schlummernde Talente" gefördert und damit der Fachkräftenachwuchs in Weinheim langfristig gesichert werden.
Neben fünf für 2018 geplanten "Azubi-Seminaren" soll dieses Ziel auch durch eine "Praktikanten-Austauschbörse" erreicht werden. "Vision trifft auf Wirklichkeit", sagte "Bündnis-Pate" Bertram Trauth in seinem Schlusswort: Mit der Gründung des Vereins habe man "rechtzeitig den richtigen Schritt in die richtige Richtung getan".
