Netzstörungen rund um Waibstadt: Totes Telefon und schwarze TV-Röhre
Waibstadt/Eschelbronn. (kel) Daisbach ist kein Einzelfall: Nicht nur im Waibstadter Stadtteil, sondern auch in den umliegenden Gemeinden ist die Telekommunikation offenbar so labil, dass es in jüngster Zeit zu vermehrten Störungen kommt: Tote Telefone über Weihnachten werden aus Neidenstein gemeldet, eine wochenlange Störung des Fernsehempfangs wegen eines Kabelschadens bei der Primacom (jetzt Pyur) bringt Epfenbacher auf die Palme, und in Eschelbronn gibt es seit dem Jahreswechsel immer wieder "Aussetzer" im Telefonnetz. Diese Beschreibungen sind erste Reaktionen aus dem Leserkreis nach unserem Bericht über die Daisbacher Probleme ("Vom Telefonnetz abgehängt") in der Mittwochausgabe.
"Allmählich", so schildert Eschelbronns Bürgermeister Marco Siesing, "scheinen die Probleme gelöst." Im Schreinerdorf hatten sich die ersten Ausfälle kurz vor Silvester im östlichen Gemarkungsbereich bemerkbar gemacht. Irgendwo, so konnte Siesing eruieren, war ein Kabel durchtrennt worden. Die Behebung der Störung ließ allerdings auf sich warten, so berichten Nutzer. Seit einigen Tagen sei man zwar wieder am Netz, aber bei Telefongesprächen komme es immer wieder zu unerklärlichen Aussetzern.
"Man weiß nie so recht, ob man nun gerade telefonieren kann oder nicht", schildert ein Betroffener. Die Verbindungsprobleme in Neidenstein scheinen dieselben Ursachen wie in Eschelbronn zu haben: ein Kabeldefekt. Dort ging es allerdings schon vor Weihnachten los, inzwischen sind die Störungen offenbar behoben, so der Eindruck von Neidensteins Bürgermeister Frank Gobernatz.
In Daisbach ist die Situation wegen des eingeschränkten Mobilfunkempfangs besonders prekär. Was ist, wenn ein alter Mensch zu Hause verunglückt und telefonisch keine Hilfe rufen kann? Diese Frage treibt Ortsvorsteher Winfried Glasbrenner um. Er hatte erst unlängst vor dem Kreistag wegen der schlechten Telekommunikationsanbindung vom Leder gezogen und dürfte sich nun in seiner Einschätzung bestätigt fühlen: Der Ort steckt noch in der IT-Steinzeit.
Gestern schickte Glasbrenner seinen Unmut per E-Mail in die Runde. Im Verteiler: Bundestagsabgeordneter Dr. Harbarth, Landrat Dallinger sowie die Landtagsabgeordneten Katzenstein und Dr. Schütte. Viele Daisbacher, so beklagte der Ortsvorsteher, seien nun schon zum wiederholten Male mit dem Ausfall des Telefon-Festnetzes konfrontiert - inzwischen schon seit einer Woche.
Die Situation verschärfe sich angesichts der Tatsache, dass im alten Ortskern der Handy-Empfang beeinträchtigt oder sogar unmöglich sei. "Hier hoffen wir aktuell immerhin auf eine Verbesserung durch Neubau eines Mobilfunkmasts, den die Telekom bis nächstes Jahr errichten möchte", zeigt Glasbrenner eine eher vage Zuversicht auf Besserung der Lage.
Seine Adressaten bittet der Dorfchef, "sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten für eine Verbesserung der Situation einzusetzen". In der kommenden Woche soll die Problematik außerdem in einer Sitzung des Daisbacher Ortschaftsrats erörtert werden.
